Neues Gefängnis eingeweiht

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Text von: redaktion

JVA Rosdorf präsentiert sich als “Partner der heimischen Wirtschaft“

Göttingen hat ein neues Gefängnis: Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verwaltung weihten am Montagmorgen gemeinsam mit der niedersächsischen Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann sowie Finanzminister Hartmut Möllring nach fast dreieinhalbjähriger Bauzeit die 61,6 Millionen Euro teure Justizvollzugsanstalt Rosdorf ein. Rund die Hälfte der Investitionssumme ging an niedersächsische Betriebe. Über 500 Kilometer Kabel wurden auf dem elf Hektar großen Areal verlegt sowie 1600 Türen eingesetzt. Der Bau war von einigen Pannen überschattet worden: So kam es zu Kündigungen von Baufirmen, weil diese ihre Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigten, andere Unternehmen wurden insolvent und schließlich passten zunächst die Zellentüren nicht in die vorgesehenen Aussparungen.

Jetzt ist dennoch alles fertig geworden: Die ersten der 318 Gefangenen sollen im Juli nach Rosdorf verlegt werden. Vorgesehen sind neben 154 Plätze für den geschlossenen Vollzug auch 154 Untersuchungshaftplätze. Außerdem können in einem besonders hoch gesicherten Trakt zehn Gefangene inhaftiert werden. Umgeben ist das Gelände von einer über einen Kilometer und 6,50 Meter hohen Mauer sowie einem elektronsich gesicherten Zaun.

Rund drei Viertel der Gefangenen werden auch vor Ort arbeiten. So ist es künftig für Firmen unter anderem möglich, Sortier- und Konfektionsarbeiten, Elektromontagearbeiten sowie Oberflächenbearbeitungen als Auftragsarbeit in der JVA Rosdorf erledigen zu lassen. Die JVA Rosdorf sieht sich dabei aber als Partner und nicht als Konkurrent der heimischen Wirtschaft, sagte Justizministerin Heister-Neumann. JVA-Arbeit könne für Firmen eine Alternative zur Verlagerung von Produktion ins Ausland sein und biete Chancen, etwa bei der zeitnahen Abwicklung von Großaufträgen. Außerdem habe man über die Rahmenbedingungen der Gefangenenarbeit eine bundesweit einmalige Vereinbarung mit niedersächsischen Unternehmerverbänden und Handwerkskammer unterzeichnet.

Christian Mühlhausen / Foto: Mühlhausen/landpixel.de