Neues Centre for Digital Humanities in Göttingen

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Text von: redaktion

Mit der feierlichen Eröffnung des Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) am 12. Juli 2011 baut die Universität Göttingen ihren Schwerpunkt in dem dynamisch wachsenden Forschungs- und Servicebereich “Digitale Geisteswissenschaften“ weiter aus.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht zugleich die Vorstellung einer vernetzten Forschungsumgebung für geistes- und kulturwissenschaftliche Fächer (TextGrid 1.0). Außerdem bildet der Festakt den Auftakt für das nationale Verbundprojekt DARIAH-DE (Digital Infrastructure for the Arts and Humanities).

Die feierliche Eröffnung des Göttingen Centre for Digital Humanities findet am Dienstag, 12. Juli 2011, um 12 Uhr in der Paulinerkirche im Historischen Gebäude der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) statt.

„Digital Humanities“ oder auch „digitale Geisteswissenschaften“ – dieser Begriff umfasst den systematischen Ausbau digitaler Sammlungen sowie Objekte und die Entwicklung computergestützter Auswertungs- und Nutzungsverfahren für die geisteswissenschaftliche Forschung und Lehre im digitalen Informationszeitalter.

Ziel des Göttingen Centre for Digital Humanities ist es, Forschung und Lehre im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften in Göttingen, aber auch im internationalen Kontext zu koordinieren und weiter zu entwickeln sowie eine entsprechende Infrastruktur auszubauen.

An dem Zentrum sind neben der SUB die Sozialwissenschaftliche, die Wirtschaftswissenschaftliche, die Juristische und die Theologische Fakultät beteiligt, die Leitung hat die Philosophische Fakultät inne.

„Uns ist es besonders wichtig, verschiedene Fachrichtungen zu vernetzen, um Forschungsfragen interdisziplinär zu bearbeiten“, betont Vorstandsmitglied Gerhard Lauer vom Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen.

Virtuelle Forschungsumgebung

Im Rahmen des Festakts stellt auch der deutschlandweite Forschungsverbund TextGrid eine von ihm entwickelte virtuelle Forschungsumgebung vor: Unter Federführung der SUB baut er seit 2006 eine internetbasierte Plattform auf die Geistes- und Kulturwissenschaftlern Software und Dienste für die Auswertung von textbasierten Daten in unterschiedlichen digitalen Archiven bietet – unabhängig von Datenform, Standort oder Softwareausstattung. Diese virtuelle Forschungsumgebung wird in der Version 1.0 präsentiert, mit der Wissenschaftler erstmals auf diese Werkzeuge und Daten zugreifen und Text-Dateien bearbeiten können.

„TextGrid bietet Wissenschaftlern eine Infrastruktur, um gemeinsam zu arbeiten und auch auf verstreut liegende Daten zuzugreifen. Das Projekt DARIAH-DE wird dies künftig auf europäischer Ebene ausbauen und so die interdisziplinäre und internationale Forschung und Zusammenarbeit stärken“, erläutert Norbert Lossau, Direktor der SUB. Das Vorhaben wird von der SUB koordiniert und ist als nationales Teilprojekt in das europaweite Projekt DARIAH-EU eingebunden.

„Unser neues Zentrum bündelt Initiativen auf diesem Gebiet und fördert damit die interdisziplinäre Forschung in den Geistes- und Kulturwissenschaften“, betont Universitätspräsidentin Beisiegel.