Neuer Direktor der Abteilung Pathologie

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Text von: redaktion

Die Abteilung Pathologie hat eine Doppelspitze: Zusammen mit dem gleichzeitig amtierenden Direktor Heinz-Joachim Radzun leitet Philipp Ströbel die Abteilung Pathologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Die Neuberufung von Ströbel markiert einen Teil eines Umstrukturierungsprozesses, mit dem sich die Abteilung für den nationalen und internationalen Wettbewerb in Forschung und Wissenschaft neu positioniert.

Die besonderen diagnostischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte des neuen Abteilungsdirektors liegen im Bereich der Onkologie: besonders auf den selteneren Erkrankungen wie Sarkome als Tumore der Weichgewebe, Tumore des Thymus sowie Lymphome und Leukämien als Tumore der Lymphgewebe und des Knochenmarks.

„Im Zeitalter der personalisierten Medizin steht das Fach Pathologie großen Chancen, aber auch großen Herausforderungen gegenüber. Die korrekte Erkennung einer Erkrankung hat größere Bedeutung als jemals zuvor. Dazu zählen heute bei Tumoren auch genetische Veränderungen. Nur mit diesen umfassenden Informationen erhält der Patient die bestmögliche Behandlung“, sagt Philipp Ströbel.

„Die Pathologie fungiert sozusagen als ‚Lotse‘ zur Therapie. Wir wollen Erkrankungen möglichst genau verstehen, um immer bessere Methoden zu ihrer Erkennung und Behandlung zu entwickeln. Im Zentrum unserer Arbeit steht immer der Patient.“

Die Pathologie hat heutzutage mehr Aufgaben als nur die Obduktion.

Viele neue Methoden und molekularbiologische Tests, die in den diagnostischen Alltag eingeführt wurden, helfen dabei, die optimale Behandlung für einen Patienten festzulegen. Das Fach schlägt damit eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Medizin.

Im Zuge dieses umfassenden Restrukturierungs- und Modernisierungsprozesses der Pathologie entsteht in der Abteilung ein Speziallabor für molekulare Diagnostik, in dem Tumoren mit modernsten Methoden auf genetische Veränderungen getestet werden, die sie empfindlich für neue Therapien machen.

Dieses Labor wird Ärzten und Patienten der gesamten Region Göttingen und Südniedersachsen zur Verfügung stehen. Den Wandel des Faches auch den Studierenden und einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen ist eines von Ströbels zentralen Anliegen.

In der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten will Ströbel die Abteilung als Dienstleister und verlässlichen Partner positionieren.

„Die Zeiten, in denen die Kluft zwischen universitärer Medizin und der Breitenversorgung unüberbrückbar schien, sind lange vorbei. Unser Team nimmt regelmäßig an interdisziplinären Tumorkonferenzen zusammen mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten Region teil. Das stärkt die Zusammenarbeit und den Austausch untereinander“, so Ströbel.

Zur Person

Philipp Ströbel wurde 1969 in Tübingen geboren. Sein Medizinstudium hat er an der Freien Universität Berlin und an der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg absolviert. Dort erlangte er 1997 die Promotion.

Nach einem Wechsel an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde er 2005 im Fach Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie zum Thema ‚Neue immunbiologische und therapeutische Aspekte von epithelialen Tumoren des Thymus‘ habilitiert.

Bevor Ströbel dem Ruf auf die W3-Professur Pathologie an die Universitätsmedizin Göttingen gefolgt ist, war er leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Mannheim sowie Leiter der Abteilung Molekularpathologie.