Neuer Direktor der Abteilung Medizinische Statistik

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Text von: redaktion

Tim Friede ist neuer Direktor der Abteilung Medizinische Statistik an der Universitätsmedizin Göttingen. Er folgt Edgar Brunner, der die Abteilung seit 1976 bis zu seiner Emeritierung 2009 geleitet hat.

Friede ist ein Experte auf dem Gebiet der Biometrie. Statistische Methoden für empirische Untersuchungen zu entwickeln, um Risikofaktoren zu ermitteln und neue Therapien zu bewerten, das ist die Hauptaufgabe der Abteilung Medizinische Statistik.

Der gebürtige Niedersachse hat in seiner Heimatstadt Oldenburg und in Karlsruhe Mathematik studiert. Der 38-Jährige wurde 2001 an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert.

Seit Januar 2009 teilt er sich gemeinsam mit Leonard Held aus Zürich den Posten des Editor-in-Chiefs der Zeitschrift Biometrial Journal. Er ist im Council der International Biometric Society (IBS) und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS).

Studiendesigns in klinischen Studien effizienter zu gestalten, gehört zu den drei großen Aufgabenfeldern der Abteilung Medizinische Statistik.

„Dafür ist es nötig, flexible oder anpassungsfähige, so genannte adaptive Studiendesigns zu erstellen. Anhand von Zwischenauswertungen können Entscheidungen über den künftigen Verlauf einer Studie getroffen werden: Sind Therapien erfolgsversprechend, können sie weiterverfolgt werden. Umgekehrt lassen sich unwirksame Verfahren rechtzeitig einstellen. So ist eine flexible Anpassung an verschiedene Parameter möglich, die das Ergebnis der Studie beeinflussen“, sagt Friede.

Diese neuartige Arbeitsweise biometrischer Forschung soll innerhalb der Abteilung Medizinische Statistik ausgebaut werden. In bestehenden klinischen Studien der Universitätsmedizin Göttingen findet diese Methode bereits ihre Anwendung.

Die Versorgungsforschung und die Gesundheitswissenschaft „Public Health“ sind ebenfalls Aufgabenfelder von Prof. Dr. Tim Friede.

„Wir wollen den Patienten durch speziell erarbeitete Programme und gezielte Motivation eine bestimmte Therapie näher bringen. Viele Patienten wissen nicht, was es für Behandlungsmöglichkeiten gibt. Beispielsweise wurde ein Gesundheitsprogramm gezielt für übergewichtige Kinder entwickelt. Darin gab es eine spezielle Diät- und Ernährungsberatung. Nach Ablauf des Programms konnte überprüft werden, wie groß der Effekt der Abnahme bei den Kindern war“, so Friede.

Professor Friede möchte auch die Forschungskooperationen der Abteilung Medizinische Statistik innerhalb und außerhalb der Universitätsmedizin Göttingen künftig weiter ausbauen.