Neue Sonderforschungsbereiche

© Uni Göttingen
Text von: redaktion

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab dem 1. Januar 2011 an zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB) an der Universität Göttingen: Untersuchungen zur Physik biologischer Materie und zur Verarbeitung von Sinnesreizen.

Der SFB 937 mit dem Titel „Kollektives Verhalten von weicher und biologischer Materie“ liegt an der Schnittstelle zwischen Physik, Chemie und Biologie.

In 15 Projekten werden Wissenschaftler der Fakultäten für Physik und für Chemie der Georg-August-Universität, der Universitätsmedizin Göttingen und der Göttinger Max-Planck-Institute für Dynamik und Selbstorganisation und für biophysikalische Chemie zusammenarbeiten. Die Fördersumme beträgt über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 7,9 Millionen Euro.

„Bei der Beschreibung größerer Einheiten wie dem Skelett einer Zelle und extrazellulären Netzwerken bestehen noch Defizite. Deren komplexes Verhalten basiert auf dem Zusammenspiel vieler stark miteinander wechselwirkender Komponenten“, so die Sprecherin des SFB, Annette Zippelius (Foto) vom Institut für Theoretische Physik. Die Wissenschaftler wollen ein Bild von der Physik biologischer Materie zeichnen, das über das bloße Verständnis der Summe der einzelnen Moleküle hinausgeht.

Der SFB 889 mit dem Titel „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ ist an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt. Hier werden Wissenschaftler aus 18 Arbeitsgruppen aus den verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften am Standort Göttingen in 17 Einzelprojekten zusammenarbeiten.

Beteiligt sind Forscher aus vier Abteilungen der Universitätsmedizin Göttingen, aus dem Europäischen Neurowissenschaftlichen Institut (ENI-G), der Biologischen Fakultät der Universität Göttingen, den Göttinger Max-Planck-Instituten für biophysikalische Chemie, für experimentelle Medizin und für Dynamik und Selbstorganisation sowie dem Deutschen Primatenzentrum. Die Fördersumme für vier Jahre beträgt insgesamt rund sieben Millionen Euro.

Der SFB 889 untersucht die grundlegenden und komplexen Mechanismen, die beim Verarbeiten von Sinnesreizen ablaufen. „Wir werden Sinne auf verschiedenen Ebenen betrachten. Davon erwarten wir Erkenntnisse über die molekularen Maschinerien in der Funktion unserer Sinne, die Verarbeitung und Integration von Sinnesinformation und ihre Plastizität sowie Sinnesbehinderungen“, so der Sprecher des SFB, Tobias Moser (Foto Startseite), Leiter des InnenOhr-Labors in der Abteilung Hals-Nase-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen. Von der Arbeit an verschiedenen Modellen und unterschiedlichen Sinnen erhoffen sich die Wissenschaftler zudem Erkenntnisse über generelle Prinzipien und spezialisierte Mechanismen der Sinnesfunktion.