Neue Heimat für Weltrauminstrument

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Text von: redaktion

Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) aus Katlenburg- Lindau hat die exakte Kopie eines Messgerätes an das Deutsche Museum in München übergeben. Das Original ist seit 2004 an Bord der Raumsonde “Cassini“, die die Welt des Saturns und seiner Eismonde erforscht.

Obwohl das etwa 50 Zentimeter lange Instrument, das Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, von Hans Lauche vom MPS in Empfang nahm, nie selbst im Weltraum war, könnte es problemlos in Vakuum und Kälte des Alls bestehen. Denn als so genannte Ersatzeinheit hat es dieselben Tests durchlaufen wie das Original an Bord der Raumsonde.

„Ein solches Instrument, das zu einer noch laufenden Weltraummission gehört, ist auch für das Deutsche Museum etwas Besonderes“, urteilt Heckl. „Zudem steht das Gerät für das Bestreben des Menschen, auch die entlegenen Winkel unseres Sonnensystems – in diesem Fall den Saturn und seine Monde – immer besser kennenzulernen und zu verstehen.“

Das Messgerät erlaubt Forschern vor allem Rückschlüsse auf das Verhältnis von Wasserstoff und Deuterium im Saturnsystem. Da Geburt und Entwicklung des Sonnensystems dieses Verhältnis wesentlich mitbestimmt haben, kann das Instrument somit einen Blick in die Entstehungsgeschichte des Saturnsystems liefern. Messungen beim Vorbeiflug am Saturnmond Titan haben bereits dazu beigetragen, Temperatur und Wasserstoffverteilung in seiner Umgebung zu bestimmen.

An dem Gerät, das Wissenschaftler und Ingenieure unter Leitung von Horst Uwe Keller am MPS entwickelt und gebaut haben, sind zudem Fachleute der University of Colorado und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Berlin beteiligt gewesen. Die Weltraummission Cassini erforscht seit 2004 das Saturnsystem und hat unter anderem bisher unbekannte Ringe des Planeten und einen unterirdischen Ozean auf dem Eismond Enceladus entdeckt.