Neue Chancen für Duderstadt

© Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
Text von: redaktion

Nach über 30 Jahren veräußert die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen die Immobilie mit 19.980 Quadratmetern an das Innovationsunternehmen für Orthopädietechnik, Ottobock.

Das gaben Delfino Roman, Vizepräsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, und Michael Hasenpusch, Geschäftsführer von Otto Bock HealthCare GmbH, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.

Roman betont, dass mit diesem Schritt Chancen für neue Entwicklungsimpulse des Untereichsfeldes geschaffen werden.

Für die Handwerkskammer bedeute hingegen dieser Schritt keinen Rückzug aus der Region, ganz im Gegenteil: „Wir verkaufen eine Immobilie und nicht unser Bildungsengagement im südlichen Kammerbezirk.“

Auch wenn man durchaus wehmütig an die Anfänge des Berufsbildungszentrums von 1981 zurückdenke, so müsse man doch anerkennen, dass ein Bildungszentrum für Bauberufe bei der feststehenden demographischen Entwicklung perspektivisch zu groß sei.

„Wir möchten mit unseren gut ausgelasteten Angeboten für Maurer und Zimmerer gern im Landkreis bleiben und prüfen bereits alternative Investitionen und Ideen vor Ort“, berichtet Roman.

Hektik ist hierbei nicht von Nöten, weil mit Ottobock großzügige Zeitfenster bis zur vollständigen Räumung durch die Handwerkskammer vereinbart sind. Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter des Berufsbildungszentrums seien nicht gefährdet, versichert Roman weiter.

Alle Tätigkeiten sollen fortgeführt werden. Ottobock plant indes auf dem Gelände weitreichende Modernisierungen und stellt bei der Pressekonferenz seinen Masterplan für die nächsten Jahre vor.

Auf der Liegenschaft soll ein hochmodernes Ausbildungs-zentrum entstehen. Hinter dem Projektnamen ‚Ottobock Campus‘ verbirgt sich ein mehrstufiger Aus- und Umbauplan.

Ottobock konzipiert ein Zentrum für internationale Ausbildung im Bereich der Prothetik und Orthetik. Studenten des ‚Ottobock Campus’werden bereits am Heimatstandort eine durch E-Learning gestützte Ausbildung beginnen, um diese dann in Duderstadt fortzusetzen.

Weiterhin plant der Konzern den Ausbau der Patientenversorgung, um zukünftig größere Kapazitäten für die Versorgung von Patienten aus dem Ausland vorhalten zu können.

Das Projekt trägt nachhaltig zur Belebung der gesamten Stadt bei, so Michael Hasenpusch, Mitglied der Geschäftsführung von Ottobock.

Derzeit ist das Unternehmen im Gespräch mit der NBank und hofft auf einen Zuschuss vom Land Niedersachsen für die Realisierung dieses Projekts. Die Kosten werden derzeit auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Auch Bürgermeister Wolfgang Nolte blickt mit Spannung und Vorfreude auf die Ereignisse. Jetzt hat die Vollversammlung der Handwerkskammer in einer außerordentlichen Sitzung am 14. März das letzte Wort über den Verkauf.

Alle Beteiligten sind sich einig: Dies ist ein historischer Moment.