Netzwerken bei ERPA

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Text von: Claudia Klaft

Am Mittwoch, den 11. August 2010, lud der Göttinger Software- und Systemhersteller ERPA den Oberbürgermeister Wolfgang Meyer sowie den Clustermanager des MobilitätsTalks, Klaus Richter, zum näheren Kennen lernen und Informationsaustausch ein.

Was können wir tun? Wie können wir besser werden? – Das sind die Fragen, die die Stadt Göttingen und auch das Logistik- und MobilitätsCluster Südniedersachsen (L.M.C) beschäftigen, begründete Klaus Richter in seiner Begrüßung die Zusammenkunft.

ERPA spiele als strategischer Partner sowohl des L.M.C als auch des VerpackungsClusters Südniedersachsens eine bedeutende Rolle im Netzwerk der regionalen Unternehmen. Grund genug für den Göttinger Oberbürgermeister, im Rahmen seiner regelmäßigen Unternehmensbesuche – gemeinsam mit Claudia Leuner-Haverich vom Büro Wirtschaft und Wissenschaft – das Göttinger Software- und Systemhaus näher kennen zu lernen.

Eine Übersicht über die Tätigkeiten des inhabergeführten und mittelständischen Unternehmens gab André König, geschäftsführender Gesellschafter.

Gegründet 1983 in Ottobrunn bei München, verlegte ERPA 1998 seinen Hauptsitz nach Göttingen – dem Geburtsort von König. „Jetzt sind wir ein kompaktes Unternehmen auf Wachstumskurs,“ sagt er.

Alleine seit 2009 sind sieben zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, so dass nun insgesamt 25 Mitarbeiter beschäftigt werden. Dabei hob König besonders den MobilitätsTalk hervor, mit dem es gelungen sein, spezialisierte Fachkräfte zu finden.

Darüber hinaus unterstütze ERPA die Förderung des Nachwuchses für die Verpackungsindustrie, in dem Fachhoch- und Berufsfachschulen mit kostenlosen Lizenzen ausgestattet werden.

Auch wurden 2009 Investitionen in Höhe von 260.000 Euro in modernste Maschinen und Digitaldrucktechnik realisiert, um neue Marktsegmente zu erschließen. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von der GWG (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH).

ERPA hat sich auf die Entwicklung von 2D/3D-CAD/CAM-Software für die Verpackungs-, Kartonagen- und Displayindustrie sowie den Stanzformenbau spezialisert. Viele bekannte Marken-Verpackungen, die im Handel erhältlich sind, basieren auf den Entwicklungs- und Konstruktionsmöglichkeiten, die die ERPA-Software bietet.

Die Produktpalette umfasst sämtliche Software- und Hardware-Tools, die für die Realisierung vollständiger Workflows benötigt werden: von der innovativen Verpackungsentwicklung und Visualisierung von Verpackungsmustern über eine Software zur Stauraumoptimierung bis hin zu umfangreichen Standardbibliotheken.

Deutschlandweit ist ERPA der führende Anbieter von Komplettlösungen für Prototypen und Kleinserienfertigung, nicht nur für die Verpackungsindustrie, und zudem der einzige für die Branche spezialisierte Softwarehersteller. Der Umsatz lag in 2009 bei 2,5 Millionen Euro.

Zu den 450 Kunden im deutschsprachigen Raum zählen namhafte Hersteller, Verarbeiter und Druckereien. Dabei, so erklärt König, seien die meisten familien- oder inhabergeführte Firmen, die eine stetige und verlässliche Partnerbeziehung schätzen.

Mittlerweile ist der Firmensitz, der Büro-, Lagerfläche und Showroom bietet, schon fast zu klein, so dass die Geschäftsführung über den Bezug neuer Räumlichkeiten in 2011 oder 2012 nachdenkt. Doch der Firmensitz werde weiterhin in Göttingen bleiben, so König, da die zentrale Lage in der Mitte Deutschlands ideal sei.

Bei der Suche nach einem neuen Standort könne die GWG wieder der richtige Ansprechpartner sein, sagte Wolfgang Meyer. Und zeigte sich erfreut, dass die Firma von München nach Göttingen kam. „Ich wünsche Ihnen viele Nachahmer“, sagte er schmunzelnd.

Im anschließenden Gespräch „unter vier Augen“ wurden gezielt noch die Themen Standortmarketing, Wachstumsfinanzierung/Investition, Kapital für den Mittelstand und Förderung angesprochen.