Nehmen Sie Haltung ein!

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Coach Maximilian Freiherr von Düring über gute Manieren und den richtigen Umgang im Business-Kontext

Neulich hörte ich ein Urteil über die jungen Menschen – das sind Ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten.“ Mich hat dieses einseitige Urteil beschäftigt, und wissen Sie was? Es macht mich sogar wütend, denn ich mag keine Pauschalverurteilungen – auch wenn ich diese Beobachtung selber gelegentlich mache. Irgendetwas darf aber geschehen, damit wir in unserer Gesellschaft – und besonders an unseren Arbeitsstätten – respektvolle und wertschätzende Umgangsformen haben, die nicht bloß als Führungs- und Unternehmensleitbild auf großformatigen Postern an den Wänden der Büroflure vergilben und die Firmenwebseiten als PR-Instrument zieren.

Wer nach den zehn goldenen Regeln des guten Umgangs – landläufig wird in Benimmfragen gern vom ‚Knigge‘ gesprochen – sucht, wird zwar fündig, doch Stil und gutes Benehmen sind keine bloßen Techniken, sie sind vielmehr Ausdruck einer inneren Haltung von Wertschätzung und Respekt dem Leben gegenüber. Sie zeigen sich in Form von Höflichkeit und Rücksichtnahme, guten Manieren im Umgang und achtsamen Worten. Gleichwohl gehört es dazu, einiges über gute Umgangsformen im Business-Kontext zu wissen:

Wie trete ich beim Essen mit Geschäftspartnern auf?

Wie führe ich angemessen Smalltalk?

Wen begrüße ich zuerst, und wie kleide ich mich dem Anlass entsprechend?

Ob Sie im Vertrieb arbeiten, ein Kooperations- oder Verhandlungsgespräch vor sich haben oder die eigene Mitarbeiterführung gelingender gestalten wollen: Durch fundiertes Wissen und die entsprechende innere Haltung werden Sie in herausfordernden Situationen souverän und gelassen bleiben. Ich mag gutes Benehmen. Ich mag es, wenn man sich zur Begrüßung erhebt, wenn eine andere Person den Raum betritt. Es geschehen dann zwei elementare Dinge: Als Aufstehender zeige ich der Person, die den Raum betritt, das ich sie als Subjekt wahrnehme und schenke ihr damit Respekt, bevor das erste Wort gesprochen ist. Und zweitens erhebt sich etwas ,in‘ mir: Ich nehme eine Mühe auf mich, damit ich einem anderen Menschen begegnen kann – auf Augenhöhe. Sie finden das vielleicht antiquiert oder überkommen? Doch überlegen Sie kurz, wie es sich anfühlt, wenn Sie zum Beispiel zu einem Meeting mit künftigen Geschäftspartnern kommen und Ihnen wird lediglich ein flüchtiges ,Guten Tag‘ mit allenthalben kurzem Augenkontakt zugeworfen?

Stil und gutes Benehmen sind Ausdruck einer inneren Haltung.

Gute Manieren wirken oft subtil, kaum merkbar, irgendetwas ist anders, wird als angenehm wahrgenommen, ohne es genau benennen zu können. Vertrauen Sie darauf, dass es wie von selbst aus Ihnen herauskommt, wenn Sie die richtige innere Haltung einnehmen und ein gutes Wissen der wichtigsten Regeln haben. Ach, ich bin Ihnen noch schuldig, wem die Marotten der Jugend so auf den Nerv gingen: Es war Sokrates (470–399 v. Chr.).

Maximilian Freiherr von Düring ist Trainer und Coach u.a. in Sachen persönliches Auftreten, Kundenorientierung und Business-Etikette.

Kontakt: duering@roeverduering.de