Nach Vanille?

©Marco Bühl
Text von: Marisa Müller

Ein Quäntchen Duft steckt in der kleinsten Knospe. Bei Symrise in Holzminden holen die Destillateure alles aus den Rohstoffen raus.

Die Welt duftet. Und häufig ist der Grund dafür in Holzminden zu finden. Denn bei Symrise im Weserbergland, einem der weltweit führenden Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen, zerlegen Destillateure jedes vorstellbare Material in seine Einzelteile – und diese Essenzen landen dann später in Erdbeer joghurt, Zitronenlimonade oder Vanilleeis. Der Vorgang des Destillierens wird in seinen Grundzügen bereits im Chemieunterricht vermittelt: erwärmen, bei verschiedenen Siedetemperaturen verdampfen, trennen, wieder auffangen und abkühlen. Sinnvoll für eine Karriere als Destillateur ist also ein Interesse an Naturwissenschaften. Alkohol- und Rohstoffkunde, aber auch Flächen- und Mischungsberechnungen gehören zu diesem Beruf, ebenso Kenntnisse der Mikrobiologie und des Extrahierens.

Nur etwa 15 Auszubildende pro Jahr entscheiden sich in Deutschland für diesen Nischenberuf, der in Holzminden aber im Kommen ist. „Mit der Zeit kann man viel besser riechen und Gerüche auch erkennen“, erzählt Jonas Wegner (Foto, l.). Doch jeden Geruch, der über das Werksgelände weht, könne der Azubi im zweiten Lehrjahr noch lange nicht erschnuppern. Das falle aber auch alten Hasen schwer – und zu denen würde er gern einmal zählen. Übernahmechancen bestehen in jedem Fall, denn das Unternehmen expandiert stetig – erst kürzlich wurde eine weitere Zweigstelle im Iran eröffnet. Auch wenn für Jonas zunächst die nähere Umgebung wichtiger ist – Südniedersachsen, seine Heimat –, findet er die Möglichkeiten spannend, die sich bei Symrise bieten. Singapur zum Beispiel. Dort einmal zu arbeiten, kann sich der 18-Jährige in ferner Zukunft vorstellen. Die Aussichten darauf sind gut.

Sein Kollege Conner Herrmann (r.), ebenfalls im zweiten Lehrjahr, hat bereits einen weiten Weg hinter sich. „Ich wollte immer Destillateur werden. Spannend, aber in den USA gibt es kaum Chancen auf eine solche Ausbildung“, erzählt der 22-Jährige, der nach Highschool und College wie viele junge Leute Auslandserfahrung sammeln wollte. Dank deutscher Wurzeln ging es zunächst in die Nähe von Hannover zu den Großeltern. „Deutschland und die Idee des dualen Ausbildungssystems hat mir sehr gefallen. Ich habe versucht, die Sprache zu lernen, mich umgesehen und bin so nach Holzminden gekommen“, erzählt der gebürtige Südkalifornier. Zur Ausbildung bei Symrise gehören für Conner und Jonas auch zweimal acht Wochen im Jahr Berufsschulblöcke in Dortmund, in denen sie theoretische Hintergründe lernen. „Bereits nach dem ersten Block hatte ich schon das Gefühl, eine Menge zu wissen und eigenständiger arbeiten zu können“, erzählt Conner. Neben den deutschen Schülern sind dort auch Österreicher und sogar Schüler aus Südtirol dabei. „Nette Leute! Schön, wenn man überall Menschen kennt, die man mal besuchen kann“, sagt Conner, der seine neuen Freunde nicht mehr missen möchte.

Jetzt bewerben für 2017! Auszubildende zum Destillateur werden für die Standorte Holzminden und Nördlingen eingestellt. Außerdem bildet Symrise u. a. auch Chemikanten, Elektroniker und Industriekaufleute aus. Bewerbungen an: Symrise AG, Personalwesen/Ausbildung, Postfach 1253, 37601 Holzminden, petra.brychcy@symrise.com, www.symrise.de

Das wird bei Symrise geboten: i. d. R. 3 Jahre Ausbildung, 40 Stunden pro Woche, 30 Urlaubstage, z. T. Übernahme Transfer und Unter bringung/Berufsschule, ggf. Erfolgsbeteiligungen, Unter nehmens sport. Gehalt: 1. Jahr 836 Euro, 2. Jahr 884 Euro, 3. Jahr 962 Euro, 4. Jahr 1.027 Euro.