Musik gegen Bluthochdruck

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Text von: redaktion

Praxistest zeigt: Klassische Musik wirkt beruhigend Rund 350 Gäste verfolgten Information und Konzert zum Welt-Hypertonie-Tag im Deutschen Theater Göttingen

Wie sich klassische Musik auf den Blutdruck auswirken kann, hat ein Praxistest am Welthypertonietag, Donnerstag, den 17. Mai 2007, im Deutschen Theater Göttingen gezeigt. Unter dem Motto „Mozart gegen Bluthochdruck“ gab es Informationen und klassische Musik. Während des Konzertes des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO), unter Leitung von Christoph Mueller, ließen sich mehrere Personen aus dem Publikum sowie der Pauker des Orchesters und der Organisator der Veranstaltung, Dr. Egbert Schulz, mittels automatischer Blutdruck-Telemetrie, einer Weltneuheit, regelmäßig den Blutdruck messen.

Sie hatten ein Blutdruckmessgerät am Oberarm, das die Blutdruckwerte regelmäßig misst und mittels Funk an einen Computer sendet. Ergebnis: Bei dem Pauker des GSO zeigte sich schon vor dem ersten Einsatz ein berufs- und stressbedingter Anstieg. Dr. Schulz beobachtete bei sich starke Blutdruckschwankungen und die drei Zuhörer, darunter auch ein Hypertoniker mit auffallend erhöhten Messergebnissen, präsentierten insbesondere während der Expertenrunde steigende Werte. Erst das klassische Konzert ließ den Blutdruck bei den Beteiligten im Publikum auf ein gutes Niveau fallen.

Auffallend gleichmäßig war das Kreislaufverhalten während der Musik von Mozart. „Beim Konzert selbst, senkte sich mein Blutdruck dann wieder“, sagte Dr. Egbert Schulz vom Nephrologischen Zentrum Göttingen. Das sei ein Zeichen dafür, dass kurzfristige Stresssituationen auch für einen höheren Blutdruck sorgten und Mozart tatsächlich blutdruckstabilisierend wirke. Zu der Veranstaltung kamen rund 350 Interessierte aus Göttingen und der Umgebung. Andreas Bothmann vom Stadtradio Göttingen führte durch den Nachmittag.

Der Präsident der Deutschen Hochdruckliga, Professor Dr. Hermann Haller aus Hannover, sprach ein Grußwort, anschließend beantwortete eine Expertenrunde Fragen zum Thema Bluthochdruck. Danach erläuterte Prof. Dr. Björn Lemmer, Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Heidelberg, die Rolle von klassischer Musik als blutdrucksenkendes Mittel, in einem Vortrag.

Eine Studie, bei der mittels Radiotelemetrie Blutdruck, Herzfrequenz und Motorik an Ratten gemessen wurde, zeigte deutlich, dass unterschiedliche Musik die Herz-Kreislauf-Funktionen bei frei beweglichen Ratten verändern kann.

Die Veranstaltung wurde von dem Nephrologischen Zentrum Göttingen/Bovenden, dem Deutschem Hausärzteverband, dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO) und dem Deutschen Theater (DT) in Göttingen initiiert. Die Schirmherrschaft für die weltweit in dieser Form einzigartige Veranstaltung hat die World Hypertension League übernommen.

„Mit der Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen gar nicht wissen, ob sie an Bluthochdruck leiden. Diese Krankheit beginnt meist still und unbemerkt. Allein in Deutschland leiden 18 Millionen Menschen an Bluthochdruck. Damit ist der Bluthochdruck die Volkskrankheit Nr. 1. Seine Folgeerkrankungen sind die häufigste Todesursache noch vor Krebserkrankungen,“ sagt Dr. Egbert Schulz, Nephrologisches Zentrum Göttingen, Hochdruckspezialist und Mitinitiator der Aktion WMozart gegen Bluthochdruck“. Neben Sport sei das innere Wohlbefinden entscheidend für die Senkung des Bluthochdrucks im alltäglichen Leben. Auch gesunde Ernährung und die richtige Versorgung mit Medikamenten spiele eine wichtige Rolle.