MPI koordiniert EU-Großprojekt für Hirnforschung

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Text von: redaktion

Ein internationales Konsortium von Neurobiologen unter der Federführung von Professor Nils Brose, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für Experimentelle Medizin, hat den Zuschlag für das europäische Großprojekt für Hirnforschung “EUROSPIN“ erhalten.

Nervenzellen kommunizieren miteinander über spezialisierte Zell-Zellkontakte, die Synapsen. „Wird diese Kommunikation gestört, können neurologische oder psychiatrische Krankheiten wie etwa Autismus oder Schizophrenie die Folge sein“, erklärt Nils Brose.

„Wir wollen solche Fehlfunktionen, die wir als ‚Synaptopathien’ oder Synapsenkrankheiten betrachten, genau analysieren und verstehen, wie sie Krankheitsprozesse im Gehirn verursachen“, sagt Brose.

Ultimatives Ziel sei es, neue Therapieverfahren für neuropsychiatrische Erkrankungen zu entwickeln.

Um ihre Aufgaben zu bewältigen, setzt das EUROSPIN-Konsortium auf Synergieeffekte und eine große Methodenvielfalt.

„Wir versuchen alles derzeit mögliche, um das Problem neuropsychiatrischer Erkrankungen anzugehen – von genetischen Untersuchungen über biochemische Analysen von Protein-Netzwerken in einzelnen Synapsen bis hin zum Studium komplizierter Nervenzell-Netzwerke im intakten Gehirn“, meint Brose.

„Einmalig in Europa ist, dass dem Konsortium ein großes Repertoire an genetischen Mausmodellen zur Verfügung steht, die gezielte Hinweise auf synaptische Funktionsstörungen bei Hirnerkrankungen liefern können“ so der EU-Koordinator der Göttinger Max-Planck-Institute, Joachim Bormann.

Die EU will mit ihrem 7. Forschungsrahmenprogramm die Entwicklung neuer Therapien zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten des Nervensystems vorantreiben.

Dafür stellt sie dem Projekt EUROSPIN über einen Zeitraum von vier Jahren 12 Millionen Euro an Forschungsgeldern zur Verfügung. Davon gehen fast drei Millionen Euro nach Göttingen.

Unter den 18 Forscherteams aus sechs Ländern befinden sich drei Gruppen aus Göttinger Max-Planck-Instituten: Die Forschergruppen der Professoren Nils Brose (Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin), Reinhard Jahn und Erwin Neher (beide Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie).

Aus Deutschland sind außerdem die Arbeitsgruppe des Chemikers Professor Herbert Waldmann (Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie) in Dortmund, die Göttinger Biotech-Firma Synaptic Systems und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin beteiligt.