Mittelstand befürchtet Kahlschlag

Jörn Kater
Text von: redaktion

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sieht den Mittelstand unmittelbar vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. Eine Umfrage unter 1.812 Mitgliedsbetrieben hat ergeben, dass jeder zweite befragte Betrieb (51 Prozent) weitere vier Wochen Shutdown finanziell nicht überbrücken kann. Drei Viertel (76 Prozent) kritisierten die staatlichen Hilfen als unzureichend.

„Die Mittel reichen nicht hin, den Finanzbedarf im Mittelstand zu decken. Die Krise bedroht das Fundament unserer Wirtschaft, die Hälfte der Betriebe haben Soforthilfen beantragt. Allein daran lässt sich das ganze Ausmaß der existenziellen Krise ermessen, die sich vor uns auftürmt“, warnte Jörn Kater, Leiter der Metropolregion Hannover und Landesbeauftragter für Politik. Es brauche einen konkreten Exit-Fahrplan mit einer raschen Öffnung der Wirtschaft gestützt durch klare und transparente Vorgaben zum Gesundheitsschutz, wie Mindestabstände oder Zugangskontrollen. Der kontrollierte Neustart des Wirtschaftslebens müsse zudem dringend durch erhebliche Abgabensenkungen flankiert werden, um einer dauerhaften Überschuldung der mittelständischen Wirtschaft auf breiter Front entgegenzuwirken, so Kater weiter.

Die Umfrage ergab, dass über ein Drittel der Betriebe (35 Prozent) Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Auch greifen die Betriebe zur Stützung ihrer Liquidität auf Instrumente wie das Aussetzen von Steuervorauszahlungen oder Steuerstundungen (jeweils 19 Prozent) zurück.