Mit Qualität weiter auf Erfolgskurs

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Beim traditionell ersten Neujahrsempfang Göttingens begrüßten Aufsichtsratsvorsitzender Carl Graf von Hardenberg und Vorstandsvorsitzender Ralf O. H. Kähler der Volksbank Göttingen über 360 Gäste, vor allem Kunden des Bankhauses sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Kähler wertete die große Zahl der Gäste als Vertrauensbeweis und ermutigende Bestätigung für das Tun und Handeln der Volksbank Göttingen eG: „Als Genossenschaftsbank unterscheiden wir uns. Unser Bankhaus wird demokratisch, solidarisch und regional geführt. Dies sind genau jene Elemente, die viele Menschen im Rahmen der jüngsten Banken-Proteste fordern.“

In seinem, beim Neujahrsempfang schon obligatorischen Jahresrückblick 2011 beschränkte Kähler sich diesmal auf vier bedeutende historische Ereignisse, die er mit der ihm eigenen Direktheit kommentierte.

Gesellschaftlicher Rückblick

Zunächst begann er mit etwas Erfreulichem aus nationaler Sicht: „Die Troika aus Weltwirtschafts-, Finanzmarkt- und Eurostaatenkrise hatte auch 2011 keine Chance, der deutschen Wirtschaft das Geschäftemachen zu vermiesen“, so Kähler. „Ausgerechnet unsere Wirtschaft, jahrelang gescholten als überreguliert, unflexibel und industrielastig, scheint sämtliche Krisen überwinden zu können. Politik und Wirtschaft jubeln: Deutschland…kann auch für das Jahr 2011 – zumindest mit dem Status eines XL-Aufschwunglandes – weiter kokettieren.“

Nach diesen positiven Daten zur deutschen Wirtschaft lenkte Kähler den Blick auf die Krise der fünf Euro-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien: „Mit dem spürbaren Schuldenschnitt für Griechenland, der geplanten Rekapitalisierung der Banken und der Ausweitung des Rettungsschirmes EFSF signalisiert Europa endlich jene Entschlossenheit, die notwendig ist, um die Märkte etwas zu beruhigen.“ Sein Standpunkt: „Will man Europa aus politischen Gründen zusammenhalten, wird man auf Dauer um eine Transferunion nicht herumkommen.“

Das dritte bedeutende historische Ereignis war für Kähler die Atomkatastrophe in Japan. „Die Naturkatastrophe in Japan hat uns Menschen wieder einmal gezeigt, dass wir den Naturgewalten mit ihrem zerstörerischen Potenzial ohnmächtig ausgeliefert sind“, so Kähler, „damit wurde unser zivilisatorisches Selbstbewusstsein, nachdem der Mensch durch Technik die Naturgewalten beherrscht, wieder einmal als Illusion entlarvt.“ Die extreme Reaktion der Bundesregierung, alle Atomkraft-werke bis 2022 abzuschalten, betrachtet der Banker jedoch mit Skepsis.

Danach wechselte Kähler zum Thema „Arabische Revolution“, das heißt die Proteste gegen die verkrusteten diktatorischen Regime in den arabischen Staaten. „Ohne den Aufbau eines Rechtsstaats ist ein Aufbruch in die Demokratie nicht möglich. Gerade deshalb brauchen diese Länder jetzt die Unterstützung des Westens, und zwar Aufbauhilfen und eine Förderung bei Wirtschaftsreformen. Nur dann kann die Metamorphose von der kriegerischen ‚Arabischen Revolution‘ zum friedlichen ‚Arabischen Frühling‘ gelingen.“

Die deutsche Entscheidung, sich nicht am Militäreinsatz in Libyen zu beteiligen, sieht der Bankchef kritisch. Aus seiner Sicht war die deutsche Enthaltung unnötig und ein falsches Signal an die Bündnispartner. Kählers Fazit: „Mit dieser Enthaltung, mit diesem historischen Fehler, dürften sich Deutschlands Hoffnungen auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat nun endgültig erledigt haben.“

Und damit beendete der Vorstandsvorsitzende seinen gesellschaftlichen Jahresrückblick, um sich den erfreulichen vorläufigen Bilanzzahlen 2011 der Volksbank Göttingen eG zu widmen.

Bilanzzahlen 2011

Das ordentliche Betriebsergebnis wird circa 6,5 Mio. Euro betragen und der Gewinn vor Steuern rund 4,5 Mio. Euro. „Diese Zahlen“, freute sich Kähler, „belegen eine Profitabilität, mit der das Bankhaus unter den derzeitigen Marktgegeben-heiten, mehr als zufrieden ist und mit der es fröhlich und entspannt ins neue Geschäftsjahr starten kann.“

Das Geschäftsvolumen der Volksbank Göttingen reduzierte sich, vor allem wegen der starken Kursverluste bei Bank- und Staatsanleihen, um 8 Mio. Euro auf 864 Mio. Euro. Die Bilanzsumme konnte jedoch auf dem Vorjahresniveau von 700 Mio. Euro gehalten werden.

Das Kundenkreditvolumen stieg netto, trotz Tilgungen von 54 Mio. Euro, um beachtliche 8 Mio. Euro oder 2,1 Prozent auf 382 Mio. Euro. Insgesamt wurden Darlehen in Höhe von 66 Mio. Euro neu herausgelegt, wovon allein 37 Mio. Euro oder 57 Prozent auf die lebhafte Nachfrage von Firmenkunden zurückzuführen waren.

Erfreulich entwickelten sich auch die Kundeneinlagen. Sie wuchsen auf 551 Mio. Euro. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Sicherheit von Anlagen kam es vor allem im kurzfristigen Bereich zu starken Zuflüssen.

Angesichts dieser guten Zahlen bedankte sich der Vorstandsvorsitzende bei seinen engagierten und motivierten Mitarbeitern für ihren leistungsfreudigen Einsatz und bei allen Kunden und Geschäftsfreunden für das Vertrauen, das sie der Volksbank Göttingen eG im Jahr 2011 entgegengebracht haben.

„Unser Bestreben ist es“, betonte er, „auch im Jahr 2012 als starker und berechenbarer Bankpartner wahrgenommen zu werden, denn an unserem Anspruch hat sich nichts geändert und wird sich selbstverständlich auch im neuen Jahr nichts ändern: Unsere Maxime lautet nach wie vor: ‚Qualität vor Quantität‘.“