Mit Hightechfasern in die Welle

Text von: redaktion

Gestählte Surferbodies, Sonne, Wind und Wellen sind nicht unbedingt die ersten Vokabeln, die einem einfallen, wenn von Ingenieurwissenschaften die Rede ist. Doch genau diese Thematik steht für eine Studentengruppe der PFH (Private Fachhochschule Göttingen) gerade im Mittelpunkt.

In einem Praxisprojekt entwickeln angehende CFK-Ingenieure am Hochschulstandort der PFH in Stade, gemeinsam mit ihrem Professor Marc Siebert, ein Kiteboard aus dem Hightech-Werkstoff Carbon, wissenschaftlich korrekt eigentlich CFK (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff).

„Viele Kompetenzen im Bereich CFK drehen sich um Fluggeräteentwicklung und –bau“, berichtet Bachelorstudentin Christina Quelle. „Das Einsatzspektrum für CFK ist aber sehr viel breiter. Deshalb haben wir uns nach einem anderen Anwendungsbeispiel umgesehen.“

CFK gilt als Werkstoff der Zukunft, auch im Sportbereich. Bei Fahrradrahmen ist Carbon mittlerweile State-of-the-art. Windsurfer lieben die Masten aus dem schwarzen Werkstoff, Golfer schwören auf Carbon-Schlägerköpfe, um höhere Stabilitäten für größere Weiten zu erreichen.

Nun also ein Kiteboard. Noch in diesem Sommer soll der Prototyp zu Wasser gelassen werden. Im September wird der Pilot Artur Poniatowski (25), Mitglied der Projektgruppe, bei einem Event auf Rügen das Brett testen.

Das Projekt dauerte ein Jahr, in dem die Gruppe die richtige Materialstärke austüftelte, Faserausrichtungen der CFK-Matten berechnete, Belastungstests durchführte und verschiedene Fertigungsmethoden erprobte. Schließlich wird das Kiteboard in einem Autoklaven, einer Art überdimensionalem Ofen, gebacken.

Die meisten Studenten der Projektgruppe sind im 6. Semester des Bachelorstudiengangs „Verbundwerkstoffe/Composites“ eingeschrieben. Damit sind sie Pioniere: Einen Studiengang, der sich so intensiv mit dem Werkstoff CFK beschäftigt, gab es vorher in ganz Europa noch nicht.