Mit Energie sparen

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Text von: Stefan Liebig

Im Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Ressourcen und den Geldbeutel zu schonen. Regionale Beispiele zeigen, wie es geht.

Wenn die Mitarbeiter der Hermann-Filialen monatlich ihre Auswertungen analysieren, dann tun sie dies mit großer Freude. Denn hier geht es nicht etwa nur um die Absatzzahlen oder den reinen Unternehmensgewinn – nein, die 220 Mitarbeiter der Autohauskette sparen auch an Energiekosten. Die Energieverbräuche und -einsparungen der Filialen werden jeden Monat intern bekannt gegeben – so entstand ein Wettlauf um den langsamsten Stromzähler. „Und sie sparen mit Begeisterung“, sagt Controller Dominik Matern, der gemeinsam mit der Geschäftsführung in Northeim den Kampf um einen niedrigeren Energieverbrauch in der Unternehmensgruppe koordiniert.

Angestoßen hat diese Sparmotivation der Start von ,Ökoprofit‘ im Jahr 2011: Das ,Ökologische Projekt für integrierte Umwelttechnik‘ ist ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der örtlichen Wirtschaft mit dem Ziel, ökologisch zu arbeiten und trotzdem den Profit – durch Senkung der Betriebskosten – zu erhöhen. Mehrere regionale Betriebe nahmen damals an der Einführung teil, bestehend aus acht Workshops und drei Begehungen in den jeweiligen Unternehmen. Zu diesen gehörte auch das Autohaus Hermann. „Ein Jahr lang bekamen wir viele Einsparpotenziale aufgezeigt. Dieses Wissen wenden wir seither an, was natürlich nur mit aktiver Beteiligung der Mitarbeiter umzusetzen ist“, so Matern.

Zahlreiche Vorschläge von Mitarbeitern halfen, den Betrag der Stromrechnung zu verringern. Die Bilanz ist beeindruckend, wie einige Beispiele zur jährlichen Einsparung zeigen: Schaltleisten 4.500 Euro, Standby-Vermeidung 2.000 Euro, das Betreiben einer öffentlichen Stromtankstelle sowie der Einsatz von Elektrofahrzeugen für Betriebsfahrten verringern den CO2- Ausstoß jährlich um ca. elf Tonnen. Das sukzessive Modernisieren der Häuser unter Berücksichtigung der Energieeffizienz ist ebenfalls Bestandteil dieses Umweltmanagements. Die genannten Zahlen verdeutlichen das enorme Einsparpotenzial – insbesondere, wenn man bedenkt, dass etwa 70 Prozent der in Deutschland benötigten Energie von der Industrie verbraucht wird. Aufgrund mangelnden Interesses findet ,Ökoprofit‘ seit einigen Jahren nicht mehr statt, was Doreen Fragel sehr bedauert. Die Geschäftsführerin der Energieagentur Göttingen befürwortet eine systematische energetische Analyse des Energieverbrauchs. „Wir müssen die Unternehmen abholen und die Entscheider beraten. Denn so können wir sie nachhaltig sensibilisieren“, sagt Fragel, die insbesondere auf das Solardachkataster Südniedersachsen verweist, im Internet abrufbar unter: www.solardachkataster-suedniedersachsen.de

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