Mit dem Forrest-Gump-Prinzip zurück zur Einfachheit

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Text von: redaktion

In ihrem Buch “Das Forrest-Gump-Prinzip“ beschäftigt sich Renate Schmidt mit Erfolgskriterien sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld und möchte zu mehr Gelassenheit und bewusstem Leben animieren. Lesen Sie dazu das Interview.

Für wen ist das Buch geeignet?

Schmidt: Im Sinne der Effizienz – darf ich die Frage andersherum beantworten, also für wen das Buch nicht geeignet ist?!

Für Menschen, die nicht lesen können, für Holzfäller in Kanada, Schafhirten in Irland und tibetanische Mönche. Bei den letzten Dreien gehe ich davon aus, dass sie ein hohes Maß an Einfachheit in ihrem Leben haben. Bei der ersten Gruppe wäre eine Voraussetzung, dass sie jemanden zum Vorlesen finden. Für alle anderen Menschen unseres Zeitalters spielt Einfachheit in allen Lebensbereichen sicher eine Rolle, denn sie ist unmittelbar mit Erfolg und Erfüllung verbunden.

„Erfolg“ und „Erfüllung“ – wo liegt dem nach Ihrem Prinzip der Unterschied?

Schmidt: Ich weiß gar nicht, ob ich von Unterschied sprechen würde. Beides steht in unmittelbarer Wechselwirkung. Wenn wir erfolgreich sind, dann sind wir im wahrsten Sinne von etwas „erfüllt“, sei es Wohlstand, sei es Gesundheit oder Liebe. Andersherum, wenn wir von etwas erfüllt sind, einer Idee, einem Gefühl, einem Talent, dann führt das bei ausreichender Konzentration irgendwann unweigerlich zum Erfolg.

Und was hat das alles mit „Einfachheit“ zu tun?

Schmidt: Wir schleppen alle unglaublich viel Ballast mit uns rum: In unserem Äußeren und auch in unseren Gedanken. Wir umgeben uns beispielsweise mit vielen Dingen, die wir nicht brauchen und die nur belasten. Unsere Gedanken sind in der Vergangenheit verhaftet und wir zerbrechen uns den Kopf darüber, was in der Zukunft vielleicht sein könnte. All das nimmt uns die Kraft, uns auf das zu konzentrieren, was heute wichtig ist. Nur wenn wir uns aber konzentrieren, können wir erfolgreich und erfüllt sein.

Was ist Ihr grundsätzliches Anliegen?

Schmidt: Ich möchte Menschen dabei unterstützen, glücklich zu sein und sich diesen Zustand auch zuzugestehen. Viele Menschen haben ein regelrechtes Mangel-Denken und wundern sich dann, warum sie unzufrieden sind. Wenn wir uns immer nur auf das konzentrieren, was alles nicht optimal ist, bekommen wir nach dem Gesetz der Anziehung mehr davon. Natürlich funktioniert das auch andersherum: wenn wir uns auf das konzentrieren, was schön ist, was unser Leben lebenswert macht, ziehen wir mehr davon an. Wir haben eine Neigung, genau das zu sehen, worauf wir uns programmiert haben.

Wie entdeckt man die Einfachheit in seinem Leben denn wieder?

Schmidt: Ich biete im Buch ja gleich eine Pralinenschachtel voller Impulse dazu an, um mit den Worten der klugen Forrest-Gump-Mutter zu sprechen. Dazu fordere ich die Leser immer wieder auf, ihr eigenes Leben, ihr Denken, Fühlen und Handeln einmal aus der Vogelperspektive anzuschauen. Bevor uns nicht klar ist, wo unser Leben unnötig kompliziert oder komplex ist, ist es kaum möglich etwas zu verändern. Wenn wir aber – jeder für sich – eine Bestandsaufnahme gemacht haben, lässt sich Einfachheit in vielen Bereichen des Lebens wiederentdecken. Alles beginnt mit der Bewusstheit, der Frage: Muss das so sein? Diese und viele andere Fragen stelle ich den Lesern immer wieder, um sie so zu ihrer ganz individuellen Einfachheit hinzuführen.

Was macht für Sie das „Forrest-Gump-Prinzip“ aus?

Schmidt: Das Forrest-Gump-Prinzip habe ich am Ende des Buches in elf grundsätzlichen Thesen zusammengefasst, gleichzeitig aber den Lesern angeboten, das Forrest-Gump-Prinzip nach eigenen Erkenntnissen aus dem Buch selbst zu definieren. Wenn ich meine Definition jetzt in einem Satz rüberbringen soll, hört sich das so an: „Da dein Leben keine Generalprobe ist, liebe dich selbst so, wie du von anderen Menschen geliebt werden willst, tue, was du tust, mit Begeisterung und Hingabe, triff klare Entscheidungen und trenne dich von den kraftraubenden Bewertungen von Menschen und Interpretationen von Situationen. Bei allem sorge dafür, dass Gefühl und Verstand miteinander im Dialog sind und stehe zu dir.“ Ach ja, und noch eines: Bilde kurze Sätze! 😉

Wie schafft man den Prozess danach zu leben?

Schmidt: Dauerhafte Veränderung erfolgt immer in kleinen Schritten. Deshalb heißt es auch hier, sich jeden Tag neu zu entscheiden – für Einfachheit, für Erfolg, fürs Glücklichsein. Dazu ist es nötig sich von allen Schuldzuweisungen und dem Abgeben von Verantwortung zu trennen. Wenn man nur jeden Tag ein paar Seiten im Forrest-Gump-Prinzip liest, sich täglich nur eine der folgenden Fragen beantwortet: Wo ist mir heute etwas leicht gefallen? Was habe ich mir oder einem anderen Menschen heute Gutes getan? Was ist mir heute besonders gut gelungen? Worüber habe ich heute gelacht? – dann ist es möglich, das Forrest-Gump-Prinzip zum Lebensprinzip zu machen. Nicht dogmatisch, sondern mit Nachsicht sich und anderen gegenüber und immer mit einem guten Schuss Humor.

Zur Person: Renate Schmidt ist Unternehmensberaterin und Trainerin mit den Kernkompetenzen Kommunikation, Führung und Konfliktmanagement in Solingen. Bei Cornelsen hat sie neben „Das Forrest-Gump-Prinzip“ bereits „Pocket Business: Geschäftskorrespondenz“ sowie „Das professionelle 1×1: Besser organisieren“ veröffentlicht.

Das Buch ist erschienen im Cornelsen Verlag Scriptor unf kostet 18,95 Euro UVP.