Metakompetenzen fördern

© Claudia Weitemeyer
Text von: redaktion

Das forderten der Neurowissenschaftler Gerald Hüther und der Unternehmenscoach Klaus-Dieter Dohne, die für einen Vortragsabend zum Thema “Nachhaltigkeit in der Personalpolitik“ beim Göttinger WirtschaftsClub zu Gast waren.

65 Mitglieder und zehn Gäste waren am 8. September 2011 der Einladung in die Räumlichkeiten der Weinhandlung Bremer in die Obere Karspüle gefolgt, um Neues zu Motivation und Leistungsvermögen im Personalwesen zu hören.

Die beiden Göttinger, Hüther und Dohne, die sich vor sieben Jahren durch Zufall auf einem Bahnsteig des Kölner Hauptbahnhofes kennenlernten, arbeiten heute für Unternehmen und Institutionen intensiv auf dem Gebiet der angewandten Neurobiologie zusammen mit dem Ziel der Sichtbarmachung verborgener Potenziale.

In ihrem Vortrag geben sie ein symbiotisches Bild, verbinden Theorie und Praxis, Wissenschaft und Pragmatismus punktgenau, um dem Publikum die Tragweite menschlichen Denkens und Handels, den Zusammenhang von persönlichen Erfahrungen, Verhalten und Haltung zu vermitteln.

Dort, wo die Wissens- und Informationsgesellschaft auf den Menschen immer mehr Erfolgs-, Fortschritts- und Leistungsdruck ausübt, fordern Hüther und Dohne vehement die gezielte Ausbildung und Förderung so genannter Metakompetenzen bereits im Kleinkindalter. Denn jenseits von Lernstoff käme es in allen Lebensbereichen vielmehr auf Fähigkeiten wie Frustrationstoleranz, Impulskontrolle, Konzentrationsfähigkeit, Eigenmotivation und Problemlösungskompetenz an.

Mitarbeitermotivation erreicht man substantiell und dauerhaft nicht mehr über die Ausschreibung von Incentives, über Leistungsdruck oder Gehaltserhöhungen. Die Referenten gaben den Zuhörern dazu drei Stichpunkte, um Mitarbeiter zu begeistern: Unter dem Dach der „Supporting Leadership“ sollten selbstbewusste und authentische Führungskräfte ihre Mitarbeiter zunächst einladen – offen auf sie zugehen, sie im zweiten Step ermutigen, sich zu engagieren, um sie am Ende zu inspirieren und zu begeistern, ihre ganz individuellen und besonderen Fähigkeiten jenseits von Fachkompetenz im Unternehmen einzubringen.

Gerald Hüther ist Neurobiologe und Hirnforscher sowie erfolgreicher Autor zahlreicher Bücher zu wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Themen. Seit 2006 leitet er die Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung an der Universitätsklinik Göttingen. Hüther ist außerdem berufenes Mitglied der Expertenkommission des Bundeskanzleramtes.

Der Diplom-Psychologe Klaus-Dieter Dohne führt seit 13 Jahren eine eigene Beratungssozietät u. a. mit den Schwerpunkten Personal- und Organisationsentwicklung sowie Führungskräfte-Coaching und strategische Intervention in unternehmerischen Krisensituationen. Zudem ist er Vorstandsmitglied der Milton-Erickson-Gesellschaft.