Mehr crazy als Golf

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Text von: redaktion

Am 20.8.2011 wird in Riefensbeek-Kamschlacken, einem Ortsteil von Osterode am Harz, die deutschlandweit einmalige Crazy Golf Anlage eröffnet – eine besondere Minigolf-Anlage mit bunten Spielstationen voller Überraschungen.

Da muss der Ball durch ein Labyrinth jongliert, in den Baum befördert oder per Fahrradantrieb in einer Lore transportiert werden. Er wird in den Bach geschossen und aus dem Teich gefischt, durchläuft einen Kaffeeautomaten und fährt Bobbycar. Viele verrückte Ideen sind in die Bahnen eingeflossen.

Die Crazy Golf Anlage ist ein neues Freizeit-Angebot, das allen Besuchern offen steht. Auf dem Gelände der Wohnstätte Lange Wiese, die zu den Harz-Weser-Werkstätten gehört, können ab 15 Uhr die ersten acht Bahnen der Anlage bespielt werden.

Es geht nicht nur darum, Menschen mit Behinderung Spielmöglichkeiten zu eröffnen, sondern vor allem um das gemeinsame Vergnügen. Crazy Golf ist deshalb auch als Inklusionsprojekt in die Inklusionslandkarte aufgenommen worden, die der Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung erstellt.

Für Spieler mit Handicap gibt es verschiedene Hilfsmittel wie zum Beispiel Rampen für Rollstuhlfahrer oder klingelnde Golfbälle für Menschen mit Sehschwächen.

Menschen ohne Handicap können mit einer Augenbinde oder vom Rollstuhl aus spielen.

Crazy Golf ist das Resultat einer einmaligen Gemeinschaftsarbeit. Die Planung erfolgte in einer multiprofessionell zusammengesetzten Projektgruppe, in der Mitarbeiter und Bewohner der Wohnstätte ebenso vertreten waren wie Wissenschaftler, Politiker und Vertreter verschiedener Institutionen.

An der Entstehung und Durchführung arbeiteten viele Firmen, Institutionen und Privatleute mit. Firmen der Region bauten eigene Bahnen oder spendeten Sach- oder Geldmittel.

Die Osteroder Berufsschulen erarbeiteten Marketing- und Unterstützungsstrategien. Die Universität Bochum stellte eine Computeranimation her, ein Architekturbüro übernahm die Planung.

Ortsansässige Vereine beteiligten sich mit Arbeitseinsätzen. Im Rahmen mehrerer internationaler Workcamps mit Teilnehmern aus aller Welt wurden wichtige Außenarbeiten erledigt.

Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig erweitern. Stadt und Landkreis Osterode unterstützten das Projekt ebenfalls sehr intensiv.

Die Crazy Golf Anlage ist zum einen eine Bereicherung des touristischen Angebots im Bereich Osterode. Zum anderen eröffnet die Bewirtschaftung der Anlage vielseitige Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Sie halten die Bahnen und das Gelände in Ordnung und begrüßen die Besucher im Kiosk.

„Unsere Mitarbeiter arbeiten hier im direkten Kontakt zu den Besuchern und erleben so einen interessanten Arbeitsalltag, der viel Selbstständigkeit erfordert.“ Bernd Goltermann, Leiter des Projektes, ist zuversichtlich, dass alles klappt.

Nach der Eröffnung wird die Anlage dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 20 Uhr zu bespielen sein.

Die Harz-Weser-Werkstätten sind ein gemeinnütziges Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung. Sie bieten ihnen eine Vielzahl von Teilhabeleistungen in den Bereichen Arbeit, Bildung, Wohnen, Tagesstruktur, Freizeit und offene Angebote an.