©Luka Gorjup
Text von: Lea van der Pütten

Mechatroniker beherrschen viele Disziplinen – von der Mechanik über die Elektronik bis hin zur Informatik.

Biegt man in der Göttinger Südstadt in die Carl-Mahr-Straße ein, erhebt sich linkerhand das weiße, riesige Firmengebäude von Mahr – einem mittelständischen Familienunternehmen, das Produkte und Lösungen im Bereich Messtechnik anbietet, beispielsweise für die Automobilindustrie oder die Medizintechnik. Direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein etwas kleineres Gebäude, das jedoch nicht weniger wichtig ist, denn hier sitzen die Tüftler von morgen. Hier, im Ausbildungszentrum des Unternehmens, absolviert auch Nicolai Bradler zurzeit seine Ausbildung zum Mechatroniker.

Dass Nicolai einmal in einem solch technischen Bereich landen würde, war für den einstigen Zahlenmuffel während seiner Schulzeit noch nicht absehbar. „Meine Lieblingsfächer waren eigentlich Sport, Geschichte und Politik – nur selten auch Mathe.“ Durch ein Schulpraktikum im gewerblich-technischen Bereich hat er sein Interesse an dem Beruf Mechatroniker entdeckt. Bereits mit 15 schickte er seine ersten Bewerbungen für einen entsprechenden Ausbildungsplatz los, und heute, nur zwei Jahre später, ist er bereits im zweiten Lehrjahr bei Mahr.

„Mir gefällt an der Mechatronik besonders, dass sie sich aus der Mechanik, die mehr handwerklich ist, und der Elektrotechnik zusammensetzt – zwei Berufe in einem quasi“, berichtet Nicolai. Der Azubi lernt, aus diversen Bestandteilen komplexe Systeme wie zum Beispiel Roboter für die industrielle Produktion zu bauen. Anders als reine Mechaniker nehmen Mechatroniker diese Anlagen aber auch selbst in Betrieb, programmieren diese oder installieren zugehörige Software. Sie haben also die Aufgabe, die fehlerfreie Funktionsweise ihrer Geräte voller Hightech zu sichern und werden somit überall dort gebraucht, wo es Maschinen gibt – also nahezu überall.

Das Besondere an seiner Ausbildung bei Mahr ist, dass hier gleich zwei Ausbilder für die Azubis zur Verfügung stehen – je einer aus jedem Bereich. In der Elektrotechnik lernen sie alles rund um Widerstände, Sicherheitstechnik, Wechselströme und Leitungsverlauf. In der Mechanik wiederum stehen die Lerninhalte Sägen, Feilen, Bohren und Fräsen auf dem Programm, aber auch Bereiche wie Werkstofftechnik oder Schraubenberechnungen. Im zweiten Lehrjahr lernen die Azubis außerdem die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) kennen, ein Gerät, das zur Steuerung und Regelung einer Anlage eingesetzt und auf digitaler Basis programmiert wird. Auch die Berechnungen von Biegeradien und Getrieben müssen die Auszubildenden lernen. „Mein Arbeitsalltag ist immer unterschiedlich, je nachdem, in welcher Abteilung wir gerade sind“, erzählt der 17-Jährige. „Aber am meisten Spaß macht mir das Programmieren mit SPS.“

Einmal in der Woche fährt Nicolai auch nach Osterode in die Berufsschule. Hier lernt er in den Hauptfächern Metalltechnik und Elektrotechnik noch weitere Theorie, die er später im Beruf praktisch anwenden muss. „Die Lehrer an der Schule sind sehr engagiert“, sagt Nicolai. „Damit einem diese Ausbildung aber grundsätzlich leichtfällt, sollte man schon handwerklich geschickt sein und Lust haben, mit Maschinen zu arbeiten.“

Was sind Herausforderungen in der Ausbildung als Mechatroniker?

Ein Azubi im Bereich Mechatronik muss verschiedene Technologien flexibel anwenden sowie komplexe Systeme analysieren und verstehen können. Außerdem lernt er, sicherheitsrelevante Vorschriften anzuwenden und zu überprüfen.

In welchen Bereichen kann ein Mechatroniker später arbeiten?

Ein Mechatroniker hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten in einem Unternehmen, wie z.B. in Projekten der Entwicklung, des Service oder der Montage von komplexen Baugruppe und Maschinen.

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 1.000 Euro
2. Lehrjahr: 1.062 Euro
3. Lehrjahr: 1.156 Euro
4. Lehrjahr: 1.218 Euro (brutto)