Mathematiker, Kartograph und Astronom der Aufklärung

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Text von: redaktion

Eine Ausstellung des Werks des Göttinger Gelehrten Tobias Mayer wird am Sonntag, dem 11. November 2011, in der Paulinerkirche eröffnet.

Das Leben und die außerordentliche wissenschaftliche Vielfalt und Bedeutung des Göttinger Gelehrten Tobias Mayer (1723 bis 1762) stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung mit dem Titel „Tobias Mayer 1723-1762 – Mathematiker, Kartograph und Astronom der Aufklärungszeit“.

Die Präsentation im Historischen Gebäude der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) in der Paulinerkirche wird am 11. November 2012 eröffnet und läuft bis zum 13. Januar 2013.

Sie wurde vom Tobias-Mayer-Verein Marbach e.V. mit Unterstützung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart konzipiert. Anlässlich des 250. Todestages von Tobias Mayer in diesem Jahr ist sie nun in Kooperation mit der SUB in Göttingen zu sehen.

Tobias Mayer, der keinem Geringeren als Carl Friedrich Gauß als „der unsterbliche Mayer“ galt, wurde 1723 in Marbach geboren. Als Autodidakt eignete er sich umfangreiche Kenntnisse in der Mathematik, Kartographie und Astronomie an.

Sein vielseitiges Werk zeigte bahnbrechende Lösungen für drängende wissenschaftliche Fragen von hohem praktischen Nutzen auf. Ohne jemals studiert zu haben wurde er mit 28 Jahren als Professor auf den Lehrstuhl für Ökonomie und Mathematik der noch jungen Universität Göttingen berufen, wo er 1754 die alleinige Aufsicht über die Universitätssternwarte erhielt.

Er starb 1762 kurz nach seinem 39. Geburtstag während der französischen Besetzung der Stadt im Siebenjährigen Krieg.

Zu den Leistungen Tobias Mayers zählt unter anderem der Mathematische Atlas, eine Darstellung der Hauptgebiete der Mathematik, die er im Alter von 22 Jahren veröffentlichte.

„Seine Germaniae Mappa Critica ist ein Meilenstein der deutschen Kartographiegeschichte“, erläutert Armin Hüttermann vom Tobias-Mayer-Verein. „Die Karte zeigte die Ungenauigkeit bisheriger Karten auf, vor allem für die Positionen von Orten in Ost-West-Richtung, und stellt ihnen eigene astronomisch berechnete Koordinaten gegenüber.“

Als Mayers Lebensleistung gilt die Längengradmessung zur See mithilfe von Mondtabellen – eine Lösung des sogenannten Längenproblems, das eine sichere Navigation bis dahin unmöglich gemacht hatte. Berühmt wurde er auch für seine Mondkarten, die ersten exakt vermessenen Monddarstellungen, die als Grundlage für einen Mondglobus dienen sollten, und für seinen Fixsternkatalog mit 998 Sternen.

Eröffnung

Die Ausstellung „Tobias Mayer“ wird am Sonntag, 11. November 2012, um 11.15 Uhr in der Paulinerkirche am Papendiek 14 eröffnet.

Zur Begrüßung spricht SUB-Direktor Prof. Dr. Norbert Lossau.

Unter dem Titel „Tobias Mayer – Ein kurzes Leben für die Wissenschaft“ führt Prof. Hüttermann in die Ausstellung ein.

Die Präsentation ist vom 11. November 2012 bis 13. Januar 2013 dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Am 21., 22. und 29. November sowie vom 22. Dezember 2012 bis 1. Januar 2013 ist die Präsentation geschlossen.

Die Ausstellung wird durch ein wöchentliches Veranstaltungsprogramm und einen reich bebilderten Katalog ergänzt. Weitere Informationen sind im Internet zu finden.