Mantel menschlicher Zuwendung

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Text von: Stefan Liebig

Mit viel Einsatz unterstützt der Förderverein für das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ein niedersachsenweit einzigartiges Projekt.

Ein Jahrzehnt ehrenamtliche Arbeit wurde beim Festakt des Fördervereins für das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) e.V. am 15. März 2012 in der Aula am Wilhelmsplatz ausführlich gewürdigt. Seit 1991 gehört die UMG nun schon zu den Vorreitern auf diesem sich rasant entwickelnden Gebiet.

Palliativmedizin bietet den Menschen mit unheilbaren Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung einen schützenden Mantel (lat. Pallium, daher Palliativ) in einer unermesslich schwierigen Situation.

Der Direktor der Abteilung Palliativmedizin an der UMG, Friedemann Nauck, erklärt die hohen Ansprüche, die an eine solche Abteilung gestellt werden: „Mit einem multidisziplinären Team kümmern wir uns nicht nur um die körperlichen Symptome der Patienten, sondern auch um die psychosozialen und spirituellen Aspekte. Das heißt, dass wir uns auch der Traurigkeit und der Ängste unserer Patienten und ihrer Angehörigen annehmen.“

Dafür wirkt auf der zehn Betten umfassenden Station ein Team aus Krankenpflegern, Psychologen, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten, Apothekern, Pädagogen und ehrenamtlichen Helfern zusammen.

Nauck ist erfreut über den Vorbildcharakter des Palliativzentrums der UMG und darüber, dass er als Inhaber der ersten Stiftungsprofessur der deutschen Krebshilfe in Niedersachsen, die Palliativmedizin als Pflichtlehr- und Prüfungsfach in den Lehrplan der Studierenden integrieren konnte. Pflichtkurse prägen so das gesamte Studium der angehenden Ärzte und lassen sie ein Gefühl für diesen sensiblen medizinischen Fachbereich entwickeln.

Nauck, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist, verweist auf die Wichtigkeit des Fördervereins, „ohne den Vieles hier nicht möglich wäre“.

Ein Ball, den die Vorsitzende des Vereins Veronika Frels gern zurückspielt: „Professor Naucks vorbildliche Netzwerkarbeit ist das A und O. Seine Kontakte zu Hospizen, Ambulanzen, dem Kinderpflegedienst und vielen anderen Einrichtungen ermöglichen die Umsetzung zahlreicher Projekte, wie etwa runde Tische mit Pastoren, Hausärzten oder Pflegediensten.“

Doch auch der Verein selbst verfügt über ein großes Netzwerk, das durch viele öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen stetig wächst. Durch die finanzielle Hilfe vieler Förderer konnten große Summen in Personalkosten, Baumaßnahmen, in den Patientengarten und in ein Fahrzeug für den ambulanten Palliativdienst investiert werden.

Auch die Gründung der Palliativ-Stiftung mit einem Stiftungskapital von inzwischen 520.000 Euro belegt die Nachhaltigkeit, mit der der Förderverein vorgeht. „Allerdings nicht, um öffentliche Haushalte zu entlasten. Wir investieren in Zusatzleistungen zum Wohle der Patienten“, betont Frels.

Eine Form des Engagements, die offenbar in der Bevölkerung gut ankommt: Pünktlich zum Jubiläum begrüßte der Vorstand das 500.
Vereinsmitglied.