Lungenkrebszentrum der Region ausgezeichnet

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Text von: redaktion

Das LungenTumorzentrum Universität Göttingen wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Es ist das einziges Lungenkrebszentrum in rund 100 Kilometer-Umkreis von Göttingen, das ganzheitliche Versorgung mit höchstem Standard sichert.

Lungenkrebs hat sich in den letzten Jahren weltweit zur Todesursache Nummer Eins unter den Krebserkrankungen entwickelt. Auch in Deutschland gehört Lungenkrebs inzwischen zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Im Jahr 2011 verstarben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 44.000 Patienten an einem Lungenkarzinom. Jährlich erkranken etwa 33.000 Männer und 13.000 Frauen neu an Lungenkrebs. Dabei ist Lungenkrebs immer besser behandelbar.

Um die medizinische Betreuung für Patienten mit Lungenkrebs zuverlässig zu verbessern, zertifiziert die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) seit 2008 Lungenkrebszentren in Deutschland. Seit Jahresbeginn 2015 haben auch Patienten mit Lungenkrebs in den Regionen Südniedersachsen und Nordhessen Zugang zu einem Zentrum, das die anspruchsvollen Qualitätsauflagen der DKG in der Behandlung von Lungenkrebs erfüllt: das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“. Hier arbeiten Spezialisten der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Lungenfachklinik Immenhausen (LKI) eng und fächerübergreifend zusammen. Die DKG hat dem „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ (LTZ) höchste Standards in der medizinischen Behandlung und Pflege von Lungenkrebspatienten bestätigt. Zudem wurden die Strukturen und Ablaufprozesse über die Ländergrenzen von Niedersachsen und Nordhessen hinweg gewürdigt.

LungenTumorzentrum für Südniedersachen und Nordhessen

Das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ versorgt als einziges von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungentumorzentrum im Raum Nordhessen und Südniedersachsen pro Jahr über 400 neu erkrankte Patienten mit Lungenkrebs. Damit gehört das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ mit den Standorten Universitätsmedizin Göttingen und Lungenfachklinik Immenhausen zu den größeren Lungentumorzentren bundesweit, die von der Deutschen Krebsgesellschaft empfohlen werden. Aktuell sind dies insgesamt rund 40 Lungentumorzentren in Deutschland. Das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ ist offen für weitere Partnerschaften bei der Versorgung an Lungenkrebs erkrankter Patienten. „Das LungenTumorzentrum Universität Göttingen erhöht und sichert die Versorgungsqualität für Lungenkrebspatienten in der Region. Wir wollen darüber hinaus erreichen, dass sich die Lebensqualität und die Überlebensrate für Patienten mit Lungenkrebs weiter verbessert“, sagt Friedrich Schöndube, Sprecher des „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ und Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie an der UMG. „Von der Zusammenarbeit in einem zertifizierten Lungentumorzentrum profitieren die Patienten. Sie erhalten eine ganzheitliche und individuelle Versorgung während aller Phasen ihrer Krankheit“, sagt Stefan Andreas, stellvertretender Sprecher des „LungenTumorzentrums Universität Göttingen“ und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen.

Interdisziplinäre Tumorboards in Göttingen und Immenhausen

Die Versorgung innerhalb des „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ erfolgt interdisziplinär. Hier arbeiten Spezialisten eng vernetzt zusammen, unter anderem aus der Thoraxchirurgie, Pneumologie, Medizinische Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie, Nuklearmedizin und Palliativmedizin, zudem aus dem Pflegedienst, dem Sozialdienst und der Psychoonkologie. Die Experten stimmen ihre Leistungen untereinander und auf die Bedürfnisse der Patienten ab. Die Versorgung der Patienten reicht von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge. Sie ist nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet. Zum ganzheitlichen Konzept gehören Angebote zur Raucherentwöhnung, Ernährungsberatung sowie psychologische und seelsorgerische Hilfen. Mindestens einmal pro Woche finden sowohl in Göttingen wie in Immenhausen unter Beteiligung aller Disziplinen direkt vor Ort oder über Videokonferenz sogenannte „Tumorboards“ statt. Jeder einzelne Patientenfall wird von Experten aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam besprochen und dabei entschieden, wie im jeweiligen Fall am besten vorzugehen ist. Ziel ist es, jedem Patienten eine individuell abgestimmte Therapie anzubieten.

Gemeinsame Leitlinien, Standards, Qualitätszirkel

Die enge Kommunikation und Vernetzung der Spezialisten innerhalb des Lungentumorzentrums haben für Patienten auch ganz praktische Vorteile: Alle Patientendaten werden zentral dokumentiert und sind jederzeit einsehbar. Damit bleibt es den Patienten bei ihren zahlreichen Besuchen bei verschiedenen Spezialisten erspart, dort ihre Krankheitsgeschichte immer wieder neu erzählen zu müssen. Die Partner im „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ gehen nach einheitlichen Leitlinien in Diagnostik und Therapie vor. Verpflichtend sind regelmäßige Weiterbildungen und Qualitätszirkel für Ärzte sowie Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen. In diesen sogenannten „M&M-Konferenzen“ werden Todesfälle, aber auch Zwischenfälle, Komplikationen oder Therapieverläufe besprochen, um so Verbesserungsansätze zu erkennen.

Brückenschlag zwischen Forschung und Krankenversorgung

Als eines von sechs universitären Lungentumorzentren in Deutschland ist das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ Drehscheibe für Impulse aus der Krebsforschung für die Krankenversorgung. Der Brückenschlag zwischen Krebsforschung und Krankenversorgung, die so genannte „translationale Forschung“, gehört zu den zentralen Aufgaben: Die Ergebnisse der Forschung sollen sich unmittelbar auf die Behandlung der Patienten auswirken. Patienten können an klinischen Studien teilnehmen.

Universitätskrebszentrum Göttingen und Onkologieverbund Nordhessen – Starke Partner in der Betreuung

Das „LungenTumorzentrum Universität Göttingen“ ist als Organtumorzentrum Teil des UniversitätsKrebszentrums Göttingens (G-CCC Göttingen Comprehensive Cancer Center). Das „LTZ Universität Göttingen“ kooperiert zudem eng mit dem „Onkologie-Verbund Nordhessen“. Das G-CCC etabliert damit in der Region Südniedersachsen und Nordhessen die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe geforderten Qualitätsinstrumente in der Krebsbehandlung.