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Text von: redaktion

Die Göttinger Wirtschaftsjunioren holen über 700 norddeutsche Entscheider zur Hanseraumkonferenz HaKo 2007.

Es ist schon ein ziemlich großes Ereignis, das die Göttinger Wirtschaftsjunioren unter dem Motto „Science meets Business“ vom 17. bis 20. Mai auf die Beine stellen wollen. Bereits seit 2005 laufen die Vorbereitungen für die „HaKo“ auf Hochtouren – jetzt beginnt der Einlauf in die Zielgerade. Für das 30-köpfige Organisationsteam heißt das: Es wird geplant, gebucht, koordiniert, telefoniert und kalkuliert. Denn wenn sich rund 700 Wirtschaftsjunioren aus ganz Norddeutschland samt Partnern und Kindern in Göttingen einfinden, soll ihnen ein abwechslungsreiches Programm geboten werden.

Schließlich ist die HaKo auch Prestigesache: Man will zeigen, dass Göttingen mehr als nur Universitätsstadt ist. Göttingen ist auch Unternehmensstandort mit Innovationspotenzial. Für die Region stelle die HaKo eine einmalige Chance dar, sich wissenschaftlich und wirtschaftlich zu präsentieren, ist sich Thomas Lucas-Nülle, Vorstandssprecher der Göttinger Wirtschaftsjunioren, sicher. Für Unternehmen biete sich zudem die Möglichkeit, ein Kontaktnetzwerkweit über die HaKo hinaus aufbauen zu können.

Und ganz nebenbei darf auch die Kaufkraft der in der Regel mit überdurchschnittlichem Einkommen ausgestatteten Teilnehmer nicht unterschätzt werden: „Wer vier Tage in Göttingen übernachtet, gibt auch Geld in der Stadt aus“, sagt Felix Dossmann, Konferenzdirektor der HaKo, schmunzelnd.

In den vier Tagen im Mai werden die HaKo-Teilnehmer neben Betriebsbesichtigungen und Workshops vor allem an Seminaren teilnehmen. Zudem erwartet sie ein breit gefächertes Freizeit- und Kinderprogramm. „Wir wollen zeigen, dass Göttingen ein Business-Standort und eine Stadt ist, in der es sich durchaus zu leben lohnt“, meint Manuela Niesmann, die für das Kinderprogramm verantwortlich ist.

Business-Networking direkt in der Göttinger City

Auch das Konferenzzentrum befindet sich in der City – in der Mensa am Wilhelmsplatz. Hier soll für die Teilnehmer eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet und damit das eigentliche Ziel der HaKo verfolgt werden: das Betreiben von Networking. Daher durfte natürlich auch ein einprägsamer Schriftzug nicht fehlen. „HaK007″ ist Werbegag. Landkreis Stade hatte sich ebenfalls für die Ausrichtung der HaKo 2007 beworben. Dass die Göttinger letztlich den Vergleich mit Stade bestanden, lag am Programm. „Wir hatten bereits ein vollständiges Konzept ausgearbeitet, während die anderen eher mit einer Idee antraten“, so Lucas-Nülle. Der unerwartete Wettkampf kostete allerdings eine Menge Zeit, schließlich müssen die Wirtschaftsjunioren die HaKo nebenberuflich auf die Beine stellen. „Acht bis zwölf Stunden Mehrarbeit pro Woche für jeden im HaKo-Team“, schätzt Felix Dossmann.

Ein Problem für die HaKo-Organisatoren stellt derzeit noch die Finanzierung dar. Pro Konferenzteilnehmer werden Kosten von rund 500 Euro veranschlagt, rund 170 Euro davon sind durch die Teilnahmegebühr gedeckt. Für den Rest müssen Sponsoren einspringen. Doch bald scheint auch dieses Thema ad acta gelegt werden zu können, denn mit Otto Bock, der Gothaer Versicherung und der Sparkasse Göttingen wurden drei Hauptsponsoren gefunden. Andere regionale Unternehmen unterstützen die HaKo mit Dienstleistungen. „Und auch den Rest schaffen wir schon“, ist sich Lucas-Nülle sicher.

Schließlich wolle man kein Geld mit der Konferenz verdienen: „Ob wir nun mit einer roten oder schwarzen Null rausgehen, ist egal.“ Garantiert keine Null wird dagegen auf den Programmzetteln der Teilnehmer stehen: Im so genannten „Prevoting“ konnten sie bereits im vergangenen Jahr die Programmpunkte für die Konferenz im Internet zusammenstellen. In den verbleibenden Wochen bleibt für die Wirtschaftsjunioren deshalb noch viel zu tun: Das Prevoting muss ausgewertet werden – für jeden Teilnehmer soll ein individuelles, auf seine Erwartungen zugeschnittenes Programm erarbeitet werden. Und nebenbei wird weiter organisiert, telefoniert, gebucht und kalkuliert. „Verrückt“, gibt Lucas-Nülle zu. „Aber wir wussten, was auf uns zukommt und wollten es trotzdem machen.“

Text: KATHRIN MICHULLA