Liebe zur Musik

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Noreen Hirschfeld

Der Minnesänger Holger Schäfer versteht sich als “Geschichtenerzähler zur Harfe“ – Porträt eines Entschleunigten.

Der Wohnraum von Holger Schäfers Altbauwohnung in Adelebsen scheint eher zweckmäßig eingerichtet – ein Sofa, ein Tisch, ein Bücherregal.

In der Mitte steht etwas verloren die Harfe. Es ist eine moderne keltische Harfe, die kleiner ist, als eine Konzertharfe.

„Ich finde das so schön intim, sie schmiegt sich so an“, meint der Musiker, der neben ihr auf einem Hocker sitzt, fast ein wenig verliebt.

Dann zupft er zärtlich die Saiten. „Im hohen Norden lebte ein König,…“, führt er mit sanften Worten in Goethes „König von Thule“ ein. Holger Schäfer beginnt zu singen, und seine klare Stimme erhellt den Raum.

In dieser schlichten Umgebung schafft ereine märchenhafte Stimmung. Genau das ist das Anliegen des Minnesängers, der sich selbst als „Geschichtenerzähler zur Harfe“ versteht: die Menschen zu verzaubern.

Minnesang sei eine „Form von Harmonie, Schönheit, Erhabenheit und Natürlichkeit“, erklärt Schäfer, als er anschließend auf dem Sofa sitzt und an seinem Chai-Tee nippt. „Die heutige Gesellschaft legt Wert auf anderes, ist geschäftig, wettbewerbsorientiert. In ihr gibt es viel Reibung.“

Deshalb schätze er die Entschleunigung und die Zeit, die in dieser Musik vorhanden sei.

Im Minnesang der ersten Phase, der hohen Minne des 11. Jahrhunderts, gehe es vor allem um unerfüllte Sehnsucht. Die sehnsuchtsvolle und romantische Ader scheint Schäfer verinnerlicht zu haben. Trotz seiner lockeren, offenen Art wirkt er sehr nachdenklich, und seine Worte haben meist etwas Sinnliches.

Holger Schäfer sei ein „wahnsinnig sensibler Musiker“, der „eine seelische Komponente in die Musik“ bringt, meint auch seine Kollegin vom Ensemble Trigon, Katrin Krauß, die mit ihm seit 20 Jahren befreundet ist. Außerdem habe er eine musikalische „Rundum-Kompetenz“, er könne mehrere Instrumente spielen, singen, komponieren und dirigieren.

Seine Begeisterung für Musik und sein Talent hat der gebürtige Adelebser von seinen Eltern, aber auch von seinem Großvater Robert Schäfer geerbt. Die Erzählungen, wie dieser mit „Tante Elfriede“ für Freunde in der Gartenlaube Mandoline und Akkordeon spielte und Volkslieder sang, haben ihn beeindruckt, erzählt Holger Schäfer.

„Singen hat mich schon immer fasziniert und begeistert. Ich bin darin vollkommen aufgegangen“, erklärt er lächelnd.

Bereits in der Grundschule lernt er Blockflöte und singt im Schulchor. Als er später sein erstes Mini-Keyboard erhält, steht sein Großvater diesem wohlwollend gegenüber, und der Enkel fühlt sich ihm immer besonders eng verbunden, wenn er darauf spielt.

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