Lichtenberg-Kolleg eingeweiht

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Text von: redaktion

Mit finanzieller Förderung in der Exzellenzinitiative hat die Georg-August-Universität mit dem Wissenschaftskolleg die einmalige Möglichkeit erhalten, große Namen und wichtige Themen in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften mit Göttingen zu verbinden.

Das Lichtenberg-Kolleg ist am 7. November 2009 mit einem Festakt feierlich eröffnet worden. Seit Oktober dieses Jahres sind die ersten Wissenschaftler aus den USA, der Schweiz, Frankreich und Argentinien zu Gast.

In der Historischen Universitäts-Sternwarte bietet es herausragenden Vertretern ihres Faches Freiraum für konzentriertes Forschen, intensive Diskussionen und interdisziplinären Austausch mit Göttinger Kollegen.

„Mit der Einrichtung des Lichtenberg-Kollegs in Göttingen haben wir einen der Eckpfeiler unseres Zukunftskonzepts umgesetzt, das in der Exzellenzinitiative ausgezeichnet worden ist“, so Universitätspräsident Kurt von Figura.

Vorbild ist das 1930 gegründete Institute for Advanced Study in Princeton. Ähnliche Kollegs anderer Ausrichtung gibt es in Deutschland unter anderem in Berlin und München.

Namensgeber des Kollegs ist der Göttinger Professor für Experimentalphysik Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799), der zugleich Philosoph der Aufklärung und Schriftsteller war.

Die restaurierte Historische Sternwarte bietet moderne Büros und eine Bibliothek, um in Ruhe und ohne weitere Verpflichtungen an Forschungsprojekten zu arbeiten. Einziges Auswahlkriterium ist die persönliche Exzellenz der Wissenschaftler.

Mit der Einrichtung des Lichtenberg-Kollegs verfolgt die Universität das Ziel, in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften neue Forschungsideen in der Diskussion mit international ausgewiesenen Wissenschaftlern zu identifizieren und neue Forschungsschwerpunkte aufzubauen.

„Das Lichtenberg-Kolleg ist ein selbstbewusstes Zeichen, dass die Universität als Ganzes neue Wege geht“, meinte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, bei dem Festakt.

Der Minister würdigte ausdrücklich die Arbeit und Leistung der gesamten Universität in den vergangenen Jahren. Dieser Einsatz werde in Niedersachsen und auch bundesweit deutlich wahrgenommen.

Themenschwerpunkte der Forschung am Kolleg sind „Religion in den Kulturen der Moderne“ und „Erkenntnis – Praxis – Norm: Unterschiedliche Rationalitäten in den Kulturen der Wissenschaften“.

„Der Schwerpunkt der Forschung liegt zwar im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, Methoden und Erkenntnisgewinn in den Naturwissenschaften werden aber ebenfalls eine Rolle spielen“, so die Direktorin des Lichtenberg-Kollegs, Dagmar Coester-Waltjen.

Eine Ausstellung „Ein Academiste muß erfinden – Ursprung und Anfänge der gelehrten Gesellschaften“ ist bis 29. November 2009 in der Paulinerkirche, Papendiek 14, zu sehen.