Kosten des demografischen Wandels

Text von: redaktion

Angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen müssen Kommunen ihre Infrastruktur auf den Prüfstand stellen. Um Städte und Gemeinden bei der Planung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zu unterstützen, will die Uni Göttingen die Kostenentwicklung der bestehenden Infrastruktur in Niedersachsen prognostizieren.

Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler deutscher Kommunen stellt der demografische Wandel eine große Herausforderung dar. Denn mit sinkender Bevölkerungszahl steigen die Pro-Kopf-Kosten für Pflege und Erhalt von Infrastruktureinrichtungen wie dem Wasserleitungsnetz oder Schulen. Ein Rückbau der Infrastruktur durch Schließung und Abriss ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Zudem ist der Staat verpflichtet, bestimmte Leistungen zur Verfügung zu stellen.

„Für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadt- und Gemeindeentwicklung sind solide langfristige Prognosen zur Entwicklung der Infrastrukturkosten unerlässlich“, betont Mareike Köller von der Akademie für Raumplanung Hannover, die das Projekt in Kooperation mit der Uni Göttingen durchführt.

Die aktuelle Datenlage werde diesen Ansprüchen aber kaum gerecht. „Bisherige Prognosen, dass bei einem Bevölkerungsrückgang um 20 Prozent auch die Infrastrukturkosten um rund 20 Prozent ansteigen, berücksichtigen weder den regional unterschiedlich ausfallenden demografischen Wandel noch die Wanderungsbewegungen von ländlichen in städtische Räume“, so Köller weiter. „Mit den neuen Daten möchten wir den Kommunen eine bessere Entscheidungshilfe an die Hand geben und ihnen eine langfristigere Planung für die Kosten ihrer Infrastruktur ermöglichen“, fasst Projektleiter Kilian Bizer von der Uni Göttingen das Forschungsziel zusammen.

Durch die Untersuchungen zu den Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs wollen die Wissenschaftler transparent machen, wie sich die Kosten pro Einwohner bis zum Jahr 2030 in unterschiedlichen Gemeindetypen entwickeln werden. In die Analyse fließen Ausgaben für technische Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, leitungsgebundene Versorgungsleistungen wie Strom oder Wasser und soziale Einrichtungen wie Schulen oder Altenheime mit ein.