Konsolidierung geschafft

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Text von: redaktion

“Es ist das beste Ergebnis seit Hallers Zeiten“, konstatierte Cornelius Frömmel, Vorstandssprecher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), auf der Pressekonferenz am 7. September 2011.

Er bezog sich dabei auf den Mitbegründer der Universitätsklinik vor rund 275 Jahren. „Wir haben so viel Gutes zu berichten, dass wir eine Bremse einlegen müssen, um nicht zwei Tage darüber zu reden“, fügte Frömmel an.

Auch im Jahr 2010 wurde eine „schwarze Null“ geschrieben. Die Überschüsse bei den Erträgen dienen dem Abbau des Bilanzverlustes, der Aufstockung des „Struktur- und Innovationsfonds“ zur Förderung erfolgreicher Wissenschaftler und Nachwuchsforscher sowie der Eigenbeteiligung und den Rücklagen für den „Generalentwicklungsplan Bau“.

In allen Säulen – Forschung und Lehre, Krankenversorgung sowie Wirtschaftsführung – hat die UMG ihre Position weiter gestärkt. Und die Prognose für das Jahr 2011 zeigt: Die UMG bleibt auf einem stabilen Kurs mit erneuter Leistungssteigerung. „Die Konsolidierung ist abgeschlossen und das bei hervorragender qualitativer Entwicklung auf allen Gebieten“, so der Gesamtvorstand.

„Alle Beschäftigten an der UMG haben in den letzten Jahren die Konsolidierung ins Ziel geführt. Das ist die eigentliche Erfolgsnachricht“, so Frömmel.

Forschung

Im Jahr 2010 und 2011 konnte die UMG mit der Zuerkennung von zwei Standorten in Rahmen der Gesundheitsforschungszentren des Bundes sowie einem neuen Sonderforschungsbereich und der Verlängerung eines DFG-Forschungszentrums ihren wissenschaftlichen Status erheblich ausbauen.

Das Deutsche Zentrum für Herzkreislaufforschung sowie das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen erhalten in Göttingen Millionenschwere Fördermittel.

„Die geplante Errichtung zukunftsfähiger Forschungseinrichtungen, wie das Theodor-Förster-Institut und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), können wir jetzt umgehend angehen“, so Frömmel.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zudem die Fortsetzung des DFG-Forschungszentrums „Molekularphysiologie des Gehirns“ (CMPB), getragen von der UMG, für die dritte Förderperiode der Jahre 2011 bis 2014 bewilligt.

Über 46 Millionen Euro wurden an Drittmitteln eingeworben. 21 Professoren wurden im Jahr 2010 neu an die UMG berufen. Aus Landesmitteln erhielt die UMG etwa 121,5 Millionen Euro. Für die Förderung erfolgreicher Wissenschaftler haben der Vorstand und der Stiftungsausschuss Universitätsmedizin einen Struktur- und Innovationsfond in Höhe von 4,5 Millionen Euro über eine Zeitraum von drei Jahren eingerichtet.

Lehre

Über 3.700 Studierende lernen an der UMG Medizin, Zahnmedizin und im internationalen Studiengang Molekulare Medizin. Für sie stehen moderne Lernkonzepte zur Verfügung. Zudem hat die UMG eine „Qualitätsoffensive“ in der Lehre gestartet. Ein neues Learning Research Center steht vor der Fertigstellung und ein STÄPS Zahnmedizin in der Planung. Finanziert werden diese neuen Lerneinrichtungen weitgehend aus Studienbeiträgen.

Versorgungsangebot

Das Universitätsklinikum behandelte nahezu 54.000 stationäre und teilstationäre Patienten sowie rund 121.000 ambulante Patienten im Jahr 2010. Die sehr gute Bettenbelegung von etwa 85 Prozent im Jahr 2010 entspricht einer Vollauslastung.

Insgesamt wurden über 315 Millionen Euro an Gesamterträgen bei den Krankenhausleistungen erwirtschaftet. „Unsere Aufgabe wird es sein, unser qualitativ hochstehendes Leistungsangebot weiter auszubauen und damit das Vertrauen der Patienten zu bestätigen“, sagt Martin Siess, Vorstand Krankenversorgung.

Neue Leistungs- und Versorgungsangebote in den Kliniken, wie unter anderem die Rheumatologisch-Immunologische Tagesklinik, machen die UMG attraktiv. Der Umzug der Universitätshautklinik in neue Räume des Zentralklinikums ist abgeschlossen.

Interdisziplinäre Verbünde wie die Gründung des „UniversitätsKrebszentrums Göttingen“ (G-CCC) und Kooperationen mit umliegenden Krankenhäusern und Versorgungseinrichtungen stärken die regionale Positionierung im Interesse der Patienten.

Die TÜV-zertifizierte interdisziplinäre Notfallaufnahme konnte mit ihrem Umzug in vollständig modernisierte Räume zusätzlich die Versorgungsqualität verbessern. Mit dem Zuschlag für die Notdienstambulanz Göttinger Ärzte ist eine notdienstliche Rundumversorgung gesichert.

Die UMG fördert nachdrücklich die strukturierte Weiterbildung in den ärztlichen und pflegerischen Bereichen. Zudem arbeitet sie am Aufbau eines zentralen Qualitätsmanagements.

Konsolidierungsmaßnahmen

Die Bilanzsumme der UMG beläuft sich im Jahr 2010 auf ca. 441 Millionen Euro. Darunter sind Personalkosten von 299 Millionen Euro (einschließlich Drittmittelstellen). Der Erfolg der „Schwarzen Null“ konnte wiederholt werden. Insgesamt wurden trotz Leistungssteigerung etwa 7,4 Millionen Euro eingespart. Über 7.000 Mitarbeiter, insgesamt 4.941 Vollkräfte, waren im Jahr 2010 an der UMG beschäftigt.

„Wir haben den Turn-around geschafft und schaffen mit der stetigen Leistungsentwicklung wieder Arbeitsplätze“, sagt Barbara Schulte, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration.

Die Ausgaben wurden bei den Sachmitteln reduziert und der Energieverbrauch eingedämmt. „Unsere Führungskräfte haben bei der Konsolidierung vorbildlich mitgearbeitet. Die verbesserte Nachvollziehbarkeit bei den internen Finanzberichten erleichtert es ihnen, diese Verantwortung zu übernehmen“, so Schulte.

Ausblick

„Die positive wirtschaftliche Entwicklung aus dem Jahr 2010 wird sich auch im kommenden Jahr 2012 fortsetzen. Sie lässt damit weitere Spielräume für neue Investitionen erwarten“, sagt Schulte. „Dennoch darf eines nicht aus den Augen verloren werden: Wir müssen weiterhin einen Bilanzverlust von etwa 43 Millionen Euro abtragen. Zudem kalkulieren wir nach wie vor mit jährlichen Risiken in Höhe von etwa 10 Millionen Euro.“

Die Gründe dafür sind: unvollständiger Ausgleich der Kosten bei den Tarifsteigerungen durch die Kostenträger, Preissteigerungen beim medizinischen Sachbedarf, Steigerung der Energiekosten, steigende Instandhaltungskosten im alternden Baubestand. Auch die bevorstehenden Tarifabschlüsse beim Ärztlichen Dienst müssen belastend berücksichtigt werden.

Die Entwicklung des Generalentwicklungsplans (GEP) Bau hat im Verlauf des Jahres 2011 weitere Formen angenommen. Die UMG hat für die Planungen des ersten Bauabschnittes eine Aufstockung des neuen Bettenhauses vorgezogen und beantragt. Durch die Ausweitung des Bauvorhabens steigt die Summe für die Neubauplanung im ersten Bauabschnitt auf etwa 170 Millionen Euro.

Das Land Niedersachsen bestätigt die bisherigen 150 Millionen Euro Bauzusage, die UMG wird den Mehrkostenanteil selbst finanzieren. „Die Generalentwicklungsplanung ist und bleibt das wichtigste Projekt für die Zukunft der UMG und rechtfertigt dadurch besondere Anstrengungen“, so Schulte. Die neuen Gebäude, deren Baubeginn im Herbst 2012 avisiert ist, sollen 2015 bezugsfertig sein.

Kooperationen

Der Vorstand der UMG wird künftig verstärkt mit anderen regionalen Gesundheitsanbietern kooperieren sowie die interdisziplinäre Arbeit fördern. „Wir wollen nicht mit anderen konkurrieren, sondern uns so positionieren, dass wir ein strukturiertes Netzwerk haben – ganz im Sinne der Patienten“, so Frömmel.