©Luka Gorjup
Text von: Lea van der Pütten

Echtes Urlaubsfeeling – das bietet die Bäckerei Küster mit ihrem Strandhaus37: Restaurant, Bar, Bäcker und Veranstaltungsort in einem, und das direkt am Weender Freibadpark. Jemand, der tagein, tagaus in dieser entspannten Umgebung arbeiten darf, ist Sylvia Suppé. Sie absolviert hier ihre Ausbildung zur Köchin.

Von der entspannten Atmosphäre im Strandhaus37 bekommt Sylvia aber nicht immer etwas mit. „Bei uns geht es manchmal drunter und drüber“, erzählt die 26-Jährige. Gerade an schönen Tagen im Sommer, wenn sie auch noch den Kiosk des Weender Freibades mitverwalten, sei besonders viel los. „Und dennoch: Auch wenn man gerade in der Küche arbeitet – allein der Blick auf den Pool ist schon was Besonderes.“ Und wenn Sylvia dann nach einem anstrengenden Arbeitstag schnell selbst noch einmal ins Becken springt, ist die Hektik auch schon wieder vergessen – und die Freude über ihren endlich gefundenen Traum-Ausbildungsplatz groß.

Denn nach ihrem Schulabschluss an der IGS Göttingen hatte Sylvia zunächst zwei Ausbildungen zur Floristin begonnen, die sie jedoch aufgrund von privaten Problemen abbrechen musste. Es folgten weitere vier Jahre, in denen sie in der Gastronomie als Teilzeitkraft fest angestellt war – alles nicht das Wahre. „Doch seit ich die Ausbildung zur Köchin begonnen habe, geht es mir viel besser, und ich bin auch nach der Arbeit noch motiviert, etwas zu unternehmen“, berichtet Sylvia fröhlich. Und der Umweg, den die Auszubildende gegangen ist, kommt ihr heute sogar zugute: Ihre Kollegen sind von der Erfahrung in der Küche, die Sylvia bereits mitbringt, begeistert und übertragen ihr bereits im ersten Lehrjahr eine Menge Verantwortung.

Wenn Sylvia morgens ins Restaurant kommt, schaut sie sich zunächst einmal die To-do-Liste an, die am Abend vorher aufgestellt wurde. So baut sie das Frühstücksbuffet auf und bereitet die Posten in der Küche vor. Zwischen 12 und 14 Uhr gibt es Gerichte à la carte, die die junge Köchin eigenständig zubereitet. In der Nachmittagszeit werden Tapas und kleinere Gerichte serviert, am Abend gibt es wieder Speisen à la carte.

Besonders gut gefällt Sylvia dabei, dass das Essen im Strandhaus37 frisch zubereitet wird. „Das kenne ich auch anders“, erzählt sie. „Häufig gibt es in der Gastronomie Fertiggerichte, die nur noch aufgewärmt oder frittiert werden.“ Das hat für die Auszubildende nicht mehr viel mit Kochen zu tun.

Neben dem Zubereiten von Gerichten und dem Erstellen von Speiseplänen gehören aber auch noch weitere Tätigkeiten zu dem Beruf einer Köchin: zum Beispiel Zutaten dafür einkaufen und korrekt lagern, den Lagerbestand kontrollieren, Küchenhilfepersonal anleiten und beaufsichtigen, übrig gebliebene Lebensmittel entsorgen und nicht zuletzt den Arbeitsplatz reinigen und sauber halten.

Alle 14 Tage besucht Sylvia zudem für eine Woche den Unterricht an der BBS III Ritterplan in Göttingen und lernt hier die notwendige Theorie. Im zweiten Lehrjahr steht beispielsweise ein Wildkräuterprojekt mit Exkursion nach Würzburg auf dem Lehrplan, aber auch das Thema Nährstoffe und die Eigenschaften des Kochens. Das dritte Lehrjahr dreht sich schließlich rund um die Fleischzubereitung. All dieses Wissen in sich aufzusaugen macht Sylvia heute unheimlich Spaß. „Und das, obwohl ich Schule früher gehasst habe – jetzt schreibe ich ausschließlich gute Noten.“

Die Auszubildende ist angekommen und glücklich: „Hier im Strandhaus kann ich sogar auch meine eigene Kreativität mit einbringen“, sagt sie stolz und berichtet, dass bald auch ein Tapas-Gericht von ihr – mit Tomaten und überbackenem Feta – auf der Karte stehen wird. Es lohnt sich also in jedem Fall, einmal für einen Kurz-Urlaub bei Sylvia vorbeizuschauen.

Wo kann ich als Koch arbeiten?

Als Köchin arbeitest du natürlich in erster Linie in Küchen. Und zwar von Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Catering-Firmen und auch auf Kreuzfahrtschiffen. Jobs findet man zudem in der Nahrungsmittelindustrie bei Herstellern von Fertigprodukten und Tiefkühlkost. Abhängig von deinen Stärken könntest du als Köchin mit entsprechender Qualifikation ebenso im Büro oder in Gasträumen tätig werden.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter, wie sehen die Aufstiegschancen aus?

Ein guter Koch lernt nie aus und ist immer auf der Suche nach neuen Rezepten und Kreationen, mit denen er seine Gäste überraschen kann. Mit der richtigen Prise Ehrgeiz ist es auch möglich, die Karriereleiter zu erklimmen. In diesem Fall musst du dir über eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung Gedanken machen, um eine verwaltende Position innerhalb deines Betriebes bekleiden zu können.

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 680 Euro
2. Lehrjahr: 780 Euro
3. Lehrjahr: 980 Euro (brutto)