Klimawandel aufhalten

© Sebastian Mauritz
Text von: Claudia Klaft

Auf der 9.faktor-Business-Lounge stellte Max Schön, Präsident des deutschen Club of Rome und Aufsichtsvorsitzender bei Desertec, die Möglichkeiten für eine weltweite Energiegewinnung vor.

Rund 80 Teilnehmer fanden sich am 31. März 2010 im Alten Kinosaal am Göttinger Wilhelmsplatz ein und verfolgten aufmerksam den Ausführungen des Referenten Max Schön.

Er stellte von vorneherein klar, dass der Klimawandel zwar nicht reversibel sei, aber dass durch eine dringend gebotene Reduzierung der CO2-Emissionen die Geschwindigkeit einer globalen Erderwärmung verlangsamt werden kann. Dies zu erreichen, sei das Anliegen des Club of Rome.

Bereits 1972 begann mit dem Erscheinen des Buches „Limit of Growth“ („Die Grenzen des Wachstums“) die Nachhaltigkeitsdebatte des Club of Rome, der sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik zusammensetzt. Ziel des 1968 von Aurelio Peccei und Alexander King gegründeten Vereins ist es, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen.

Heute beschäftigt sich der Club of Rome mit dem Problem: „Wie schaffen wir es, dass 2050 bis zu 10 Milliarden Menschen auf dieser einzigen Erde leben können?“.

Eine Antwort darauf, so Max Schön, ist das Desertec Projekt: Mit Hilfe von Solarthermischen Kraftwerken und Windparks sollen im Nahen Osten und in Nord-Afrika die Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung vorangetrieben werden und der saubere Strom dann mittels Hochspannungs-Gleichstrom- Übertragung in diese Länder und ab 2020 bis nach Europa geleitet werden. Denn, so Schön, auf 0,5 Prozent der weltweiten Wüstenfläche könnten 90 Prozent des Energiebedarfs der Menschheit gewonnen werden.

Dabei ist vorgesehen, dass nur 15 Prozent der dadurch gewonnen Energie exportiert werden, während der Hauptanteil in den produzierenden Ländern verbleibt, um den dort wachsenden Energiebedarf – auch für die Meerwasserentsalzung – zu nutzen.

Das Projekt ist sowohl eine wirtschaftliche als auch eine politische Initiative. Durch die Schaffung von Energieressourcen wird den Menschen in den Wüstenländern die Möglichkeit zum wirtschaftlichen Wachstum und somit zur politischen Stabilität gegeben. Die Lösung der Energieversorgung entschärft weitere große Herausforderungen um Wasser, Öl und Lebensräume, so Max Schön.

Darüberhinaus ist das Projekt eine akademische Initiative, in der Kaufleute und Techniker aus aller Welt zusammenarbeiten, und auch eine öffentliche Initiative, da sie die Menschen erreichen und bewegen muss, damit gehandelt und das Projekt umgesetzt werden kann.

„TU ES“ – lautete denn auch das Schlusswort des Referenten, der dann die Fragen des Publikums nach einer wirkungsvollen Umsetzung beantwortete.

Bei einem reichhaltigen Buffet, das vom Studentenwerk Göttingen geliefert wurde, gab es weitere interessante Diskussionen darüber, wie die Ideen einer globalen Energiegewinnung auch in das lokale Denken einer nachhaltigen Ressourcennutzung einfließen können.