Kletterwand im Klinikum: ein erfolgreiches Projekt von Flügelschlag

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Text von: redaktion

Geschafft! Bunte Griffe, Ausdauer und viel Mut führen die Kletterwand hoch hinauf. Der 'Gipfel' liegt zweieinhalb Meter über dem Boden. Wer ihn erklommen hat, hat nicht so schnell aufgegeben: ein großes Erfolgserlebnis für kleine Patienten ab vier Jahren.

Ermöglicht hat diese nicht ganz alltägliche Form der Therapie der Verein Flügelschlag. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt realisieren konnten,“ sagt Gudrun Blasig, Vorstandsvorsitzende des Vereins. „Wir nutzen die Kletterwand bei unseren Patienten einerseits für die spielerische Diagnostik von Bewegungsstörungen. Andererseits fördert Klettern den Gleichgewichts- und Bewegungssinn. Der gesamte Körper wird eingesetzt, ungewohnte Bewegungsmuster abgefragt und das Zusammenspiel beider Körperseiten und damit auch beider Hirnhälften spielerisch geübt.

Die Kletterwand ist auch ein ideales Übungsmedium für Kinder mit Konzentrations- und Lernstörung“, sagt Knut Brockmann, Sozialpädiatrisches Zentrum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in der Universitätsmedizin Göttingen und 2. Vorsitzender von Flügelschlag. Durch die hohe Motivation beim Klettern werden die Erlebnisse an der Wand mit positiven Gefühlen verknüpft und so leichter vom Gehirn abgespeichert.

Bei der Umsetzung des Kletterwandprojektes erhielt der Verein fachkundige Unterstützung von Sven Frings, Betreuer des ROXX Kletterzentrums im Sportinstitut der Universität Göttingen. „Mit ihm hatten wir einen erfahrenen, auf die Einrichtung von Kletterwänden spezialisierten Berater. So konnte die Kletterwand auf die Ansprüche der Kinder abgestimmt werden. Den Einbau hat das Baumanagement der Uniklinik ermöglicht,“ sagt Gudrun Blasig. Mit seiner Arbeit unterstützt Flügelschlag die Belange neurologisch kranker Kinder. „Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die ambulante und stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen und psychosomatischen Störungen in der Universitätskinderklinik zu verbessern“, so Gudrun Blasig.

Mit dieser Intention haben Eltern betroffener Kinder und Mitarbeiter der Neuropädiatrie der Universitäts-Kinderklinik Göttingen den Verein vor zehn Jahren gegründet und bereits einige Projekte realisiert. Ihr Engagement ist auch zukünftig notwendig, denn wie überall zählen auch in Göttingen und Umgebung Krankheiten des Nervensystems, wie zum Beispiel Migräne oder Epilepsie, zu den häufigsten Gesundheitsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Aber auch Multiple Sklerose, Schlaganfälle oder Hirntumore kommen bereits im Kindesalter vor.