Kleiner Clip stärkt schwaches Herz

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Text von: redaktion

Im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen wird eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB) angewendet. Für Patienten mit einer undichten Mitralklappe wird eine schonende Behandlung mit Kathetertechnik angeboten.

Die Herzschwäche hat unterschiedliche Ursachen. Unter anderem kann eine undichte Mitralklappe zur Herzschwäche führen. Bei dem neuen Verfahren wird die mangelnde Schlussfähigkeit der Klappe behoben, indem die beiden Segel der Mitralklappe durch einen neuartigen Clip zusammengehalten werden.

Dieser Clip wird über einen Herzkatheter als minimal-invasiver Eingriff bis an die entsprechende Stelle des Herzens vorgebracht und dort kontrolliert platziert. Bei diesem Verfahren sind die Eröffnung des Brustkorbes und der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine nicht erforderlich.

Bisher wird das neue Verfahren an sechs Zentren in Deutschland angewendet. Am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen wurden bereits 15 Patienten erfolgreich mit der neuen Methode behandelt.

„Bei diesem Verfahren können wir die Position vor der endgültigen Freisetzung mehrfach korrigieren, bis ein optimales Ergebnis vorliegt“, sagt Wolfgang Schillinger, Leitender Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie und Leiter des Herzkatheterlabors am Herzzentrum.

Da dieses Verfahren jedoch nicht für jeden Patienten in Frage kommt, klären die Kardiologen in Voruntersuchungen, welches Verfahren am Besten geeignet ist. Gerd Hasenfuß, Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie und Leiter des Herzzentrums, sagt: „Wir betrachten den Clip als wertvolle Ergänzung in unserem Spektrum an Methoden.“

Neue minimal-invasive Methoden der Herzklappenbehandlung bieten gerade Hochrisikopatienten eine Behandlungsoption. Auch Aortenklappen werden per Kathetertechnik und in enger Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen implantiert.