Kleine Rücken brauchen Hilfe

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10.000 Euro für das Spendenprojekt 'Kleine Rücken brauchen Hilfe!' der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für ein hochmodernes 3D-Ganzkörper-Scan-Röntgengerät. Die Geschäftsführer der Firma Movimento GmbH, Stephan Morth und Marco Hoffmann, überbrachten die Spende. Seit 15 Jahren arbeiten die Spezialisten von Movimento an ihren Standorten in Kassel und Göttingen mit Kindern, die an den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen leiden. Jedes Jahr spendet die Firma für einen guten Zweck, in diesem Jahr geht die Summe an das Spendenprojekt 'Kleine Rücken brauchen Hilfe!' der UMG.

„Wir versorgen mit Herzblut die Kinder. Wir arbeiten sehr gerne mit den Eltern am Kind. Das macht uns Freude. Wir erleben die Kinder dadurch sehr direkt“, sagt Stephan Morth. „Jedes Kind ist mit seinen Problemen ganz speziell. Darauf gehen wir ein. Deshalb liegt uns auch diese Spendenaktion so am Herzen. Wir können gut einschätzen, wie sinnvoll ein solch modernes Röntgengerät ist. Gutes Röntgen bedeutet Abbau von Ängsten bei den Kindern und verbessert deutlich deren Lebensqualität.“ Marco Hoffmann fügt hinzu: „Wir wollen die Menschen dazu motivieren, noch in der Vorweihnachtszeit etwas für die Spendenaktion zu tun. Helfen Sie jetzt mit, den Spendentopf aufzufüllen, damit er bis Ende des Jahres voll ist!“

Bei der Übergabe der Spendensumme im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG informierten sich die beiden Geschäftsführer Stephan Morth und Marco Hoffmann über die Hintergründe der Spendenaktion und das neue 3D-Röntgengerät. Hoffmann hatte auch seine Tochter Lotta mitgebracht.

Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG, und Katrin Gebel, Leitende MTRA am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG, dankten Movimento. Hell sagt: „Die Kinder sind beim Röntgen jedes Mal einer körperlichen Anstrengung und Belastung ausgesetzt. Das neue Gerät kann diese Belastungen für unsere kleinen Patienten deutlich reduzieren. Es ist dann nur noch eine Aufnahme pro Vorgang nötig, die zudem durch die 3D-Darstellung mehr und bessere Informationen für Diagnostik und Therapie liefert.“

Die Leitende MTRA Katrin Gebel sagt: „Kinder befinden sich noch im Wachstum. Sie haben deshalb einen besonders empfindlichen Organismus und die Zellentwicklung ist ganz anders. Sie sind deutlich strahlungsempfindlicher als Erwachsene. Das neue 3D-Röntgengerät erleichtert den Kindern aufwändiges und zahlreiches Röntgen erheblich und spart zudem bis zu 90 Prozent der Strahlendosis ein. Das ist gerade für Kinder mit einer Fehlstellung der Wirbelsäule wichtig, denn die müssen teilweise ihr Leben lang untersucht werden“

Die UMG hat im Oktober 2017 die große Spendenaktion ‚Kleine Rücken brauchen Hilfe‘ gestartet. Damit soll ein innovatives und strahlungsarmes 3D-Röntgensystem angeschafft werden. Es ist besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet. Ein Gerät dieser Art gibt es in Niedersachsen noch nicht. Benötigt werden insgesamt 560.000 Euro. Mit der Spende von Movimento GmbH wurde die 300.000-Euro-Grenze überschritten. Inzwischen steht das Spendenbarometer bei einer Summe von über 315.000 Euro. „Damit haben wir schon mehr als die Hälfte der benötigten Spendensumme“, sagt Gabriele Schreiber, Leiterin des Bereichs Fundraising an der UMG. „Das ist ein stolzer Betrag. Wir freuen uns sehr darüber. Jetzt wollen wir auf dem Weg zum Ende des Jahres den Schwung nutzen. Unser Wunsch ist es, diese neue Technologie bereits Anfang 2019 speziell für die betroffenen Kinder in Niedersachsen zum Einsatz zu bringen. Bitte unterstützen Sie die Spendenaktion ‚Kleine Rücken brauchen Hilfe!‘ Helfen Sie mit Ihrer Spende, diese schonende, kinderfreundliche Röntgentechnologie in der UMG Wirklichkeit werden zu lassen.“

Das Operative Kinderzentrum (OPKiZ) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist deutschlandweit einmalig. Unter der Leitung des kinderorthopädischen Schwerpunkts von Anna Hell ist es eines der führenden Kinderwirbelsäulenzentren in Deutschland. Zu dessen Schwerpunkten gehören die Behandlung der wachsenden Wirbelsäule mit teleskopierbaren Systemen (z. B. MAGEC oder VEPTR) sowie die operative Versorgung von Kindern mit neuromuskulären Skoliosen. Das Einzugsgebiet hat einen Radius von ca. 200 Kilometern und weit darüber hinaus. Hell und ihr Kollegenteam halten regelmäßige neuroorthopädische Sprechstunden an der Kinderklinik auf der Bult in Hannover, im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) Kassel und im SPZ des Eichsfeld Klinikums ab.

Jedes Jahr kommen rund 1.000 Kinder mit schwersten Deformationen der Wirbelsäule zur Behandlung in die UMG. Diese Kinder können sich oft kaum ohne fremde Hilfe und nur unter Schmerzen aufrecht erhalten. Durch modernste Operationsverfahren kann vielen dieser Kindern geholfen und ihnen trotz der Erkrankung eine deutlich verbesserte Lebensqualität verschafft werden. Die kleinen Patienten müssen dafür ab ihrer Geburt oft bis zu 20 Mail auf den OP-Tisch. Erst wenn die Wirbelsäule ausgewachsen ist, kann sie dauerhaft versteift und damit langfristig stabilisiert werden. Vor und während dieser operativen Eingriffe sind Röntgenuntersuchungen nötig.

Ein innovatives und strahlungsarmes 3D-Röntgengerät kann die damit verbundenen Belastungen der Kinder durch eine extrem schnelle und präzise Ganzkörper-Bildgebung nun erheblich reduzieren. Die neue Technologie ermöglicht zudem die exakte Erstellung von 3D-Modellen des Skelettsystems und dadurch eine deutlich verbesserte Planung der Behandlung.  Zu all den Vorteilen kommt hinzu, dass nicht nur weniger und kürzer geröntgt werden muss, dieses neue schonendere Verfahren benötigt zudem bis zu 90 Prozent weniger Strahlung als herkömmliche Methoden. Ein solches 3D-Röntgengerät gibt es in Niedersachsen bislang noch nicht. Die Anschaffungskosten für dieses Gerät belaufen sich auf rund 560.000 Euro. Die Regelversorgung der UMG ist über die Krankenkassen und das Land gesichert. Jedoch stehen Mittel für innovative Medizingeräte nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung.