Kind im Manne

© Bowers & Wilkins
Text von: Sebastian König, redaktion

Moderne Spielzeuge des 21. Jahrhunderts – 3-D-Heimkino, Sound und für unterwegs ein iPad oder Mini-Beamer

„Im echten Manne ist ein Kind versteckt“, sagte einst der Dichter Friedrich Wilhelm Nietzsche. Und obwohl sich die Zeiten seit dem 19. Jahrhundert extrem verändert haben, hat dieses Zitat an Aktualität nichts eingebüßt.

Denn auch der Mann der Gegenwart scheint sich den kindlichen Spiel- und Entdeckungstrieb bis ins hohe Alter zu erhalten. Lediglich die Spielzeuge ändern sich. Im 21. Jahrhundert ist die ‚Männerspielzeug-Industrie’ fest in der Hand der Unterhaltungselektronik. Hier heißt die Devise: höher, schneller und weiter.

Die 3-D-Technik ist nicht mehr aufzuhalten

Wer aktuell beim Kauf eines Fernsehgeräts ‚up to date’ sein möchte, kann auch privat in die dritte Dimension eintauchen. Und obwohl die 3-D-Technik noch am Anfang der Entwicklung steht, bringen einige Geräte schon jetzt sehenswerte Leistungen. So zum Beispiel ein Plasma-TV-Gerät von Panasonic (TXP50VT20). Hier wird der dreidimensionale Effekt mittels einer Shutterbrille erzeugt, die eine direkte Verbindung zum Fernseher herstellt.

„Um 3-D genießen zu können, empfehlen wir zusätzlich zur Brille und dem Fernseher auch den Kauf eines 3-D-Blu-ray-Players“, sagt Norbert Bornell, Inhaber von Norbert’s Hifi Stübchen in Göttingen; denn Fernsehübertragungen in der neuen Technik haben noch Seltenheitswert und auch die DVD und Blu-ray-Angebote sind noch überschaubar.

„Die Technik ist aber nicht mehr aufzuhalten“, ist sich Bornell sicher.

Zudem können die modernen Geräte auch als ‚normaler’ Fernseher genutzt werden und bieten dabei in der Regel extrem gute Bilder. Bei dem getesteten Panasonic-TV entsteht sogar bei zweidimensionalen Fernsehbildern ein leicht perspektivischer Effekt.

Wer das Heimkinoerlebnis – egal ob zwei- oder dreidimensional – perfekt machen will, sollte sich auch gleich eine passende Soundanlage leisten. Hier kann sich ‚Mann’ noch einmal richtig auslassen. „Wir empfehlen eine komplette Anlage mit leistungsstarkem Verstärker, je zwei Boxen vorn und hinten, Centerlautsprecher sowie einem Subwoofer von einem Premiumhersteller wie Bowers & Wilkins“ (siehe Foto), erklärt der Technikexperte, der seit mehr als 30 Jahren sein Geschäft betreibt.

Neben dem Sound bieten die Anlagen auch eine ansprechende Optik. „Das moderne Design der Boxen könnte vielleicht ein Argument sein, um die Frau des Hauses vom eigenen Heimkino zu überzeugen“, sagt Bornell grinsend. Argumente werden wohl nötig sein, denn die Kosten für das komplette Paket können ohne Probleme über die 10.000-Euro-Marke klettern (Einzelpreise, siehe pdf). „Dann hat man allerdings auch das Beste vom Besten““, sagt Bornell.

Unterhalter für unterwegs

Neben solchen ‚Spielereien’ für das heimische Wohnzimmer halten die Hersteller viele kleine, kompakte Unterhalter für unterwegs bereit. Ein Beispiel: das iPad von Apple. Der neue Tablet-PC ist der erste seiner Art.

„Das Besondere ist die intuitive Steuerung direkt über den Touchscreen“, sagt Andreas Groshert vom mStore in Göttingen. Zwei Finger reichen aus, um das iPad zu bedienen. Bei Texteingaben erscheint automatisch eine virtuelle Tastatur, die auch ein ‚Mehr-Finger-Tippsystem’ ermöglicht.

Zudem ist das Handling einfach. „Mit einem Gewicht von 700 Gramm und einer Bildschirmgröße von 10 Zoll kann man es überall nutzen“, bestätigt Groshert. Durch die ‚Zwei-Finger-Steuerung’ ist immer eine Hand frei. So kann es, auch wenn einmal kein Tisch zur Verfügung steht, ohne Einschränkung genutzt werden.

Was für den Entdeckungstrieb besonders interessant ist, sind die rund 250.000 ‚Apps’. So heißen die Anwendungen und Programme für das iPad. Hier findet ‚Mann’ neben Business-Anwendungen, wie zum Beispiel Microsoft Office, auch Spiele und allerhand Kleinigkeiten, die das Leben erleichtern und für Kurzweil sorgen.

„Natürlich eignet sich der Tablet-PC auch zum Surfen im Internet, zur Bearbeitung von E-Mails und zum Chatten in Communitys.“ Der mobile Zugang zum Internet funktioniert entweder über ein freies WLAN oder wie beim Handy über Provider und die 3G-Technik. Ebenfalls interessant für unterwegs: Fotos, Musik und Filme lassen sich auf dem iPad in ordentlicher Qualität ansehen und abspielen. „Sogar HD-Filme zeigt das Gerät an“, sagt Groshert.

Via Kabel kann das iPad mit jedem PC oder dem Fernseher kommunizieren. Neben der Unterhaltung punktet das iPad auch im Business. Vor allem die Vorbereitung von Präsentationen und deren Vorführung sind einfach zu realisieren. Dies hilft zum Beispiel im Verkaufs- und Dienstleistungsbereich, wo es meist nicht möglich ist, die Produkte anzufassen.

„Hier kann ich eine Präsentation schaffen, die ich über das iPad dem Kunden direkt in die Hand geben kann.“ So bekommt der Kunde einen reellen Bezug zum Produkt. Denkbar sind beispielsweise die Darstellung von Wandfarben bei einem Maler oder die Veranschaulichung eines Werkzeugs durch einen Außendienstmitarbeiter.

Laut Groshert ist das iPad einfach ‚nice to have’ und ein Statussymbol, nach dem sich die Menschen in der Öffentlichkeit umdrehen. Mit Preisen von 499 bis 799 Euro, je nach Größe der Festplatte, bewegt sich der Tablet-PC im mittleren Preisniveau mobiler PCs.

Etwas günstiger und noch kleiner präsentiert sich ein weiteres interessantes ‚Spielzeug’ für unterwegs. Mini-Beamer sind kaum größer als ein Handy. Die Versorgung mit Filmen, Bildern oder Präsentationen läuft entweder über eine integrierte Festplatte oder ein externes Medium wie das iPad. Ein Manko: Die Bildqualität lässt meist zu wünschen übrig. Ohne komplette Verdunkelung bringen die Geräte kaum ein brauchbares Bild zustande. Deshalb können die Mini-Beamer momentan eher noch als amüsantes Gimmick eingestuft werden.

Aber wer weiß, was die Zukunft in der ‚Männerspielzeug-Industrie’ bringt: Vielleicht baumeln kleine Projektoren schon bald an jedem zweiten Schlüsselbund.

Detaillierte Informationen zu den Produkten finden Sie in der pdf-Datei „Spielzeuge für Männer“, die Sie downloaden können.