Kaffee, Klüngel, Kapital

©shutterstock: portumen
Text von: Christian Vogelbein

Ein nicht ganz geheimer Bund von Netzwerkern aus der Region hilft sich seit einiger Zeit, um voneinander zu profitieren.

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Noch wächst die Gruppe. Auch anderswo in Südniedersachsen kommen mehr und mehr BNI-Interessierte zusammen, in Northeim und Duderstadt gibt es bereits eigene Ansprechpartner. Am Ende soll überall aus jeder Branche ein Vertreter mit dabei sein. Damit das gelingt, ist jede Woche viel Arbeit nötig, erklärt Martin Sundermann. Der Hesse verdient seit vielen Jahren sein Geld mit Presse- und Medienarbeit und hilft dem deutschen BNI dabei, regionale Gruppen aufzubauen. Er gehört auch zu den vielen Referenten, die – finanziert durch die Gebühr – während des Frühstücks Vorträge halten und wichtige Tipps geben. Der Ablauf dieser Treffen ist streng ritualisiert: Nach einer Viertelstunde Smalltalk nutzt jeder Initiator 60 Sekunden, um sich, sein Unternehmen oder seine aktuellen Bedürfnisse vorzustellen. Viele nutzen die Zeit auch dazu aufzuzeigen, was sie der Gruppe gerade bieten können. Visitenkarten werden ausgetauscht und der aktuelle Umsatz besprochen. Im Anschluss folgt ein Vortrag. Jedes bereits engagierte Mitglied lädt regelmäßig neue Teilnehmer ein, von denen er meint, dass sie das Netzwerk weiterbringen können.

„Wir wollen keine Konkurrenz untereinander“

– erklärt Ebbecke, warum er derzeit der einzige Tischlermeister ist. Aber: In einem Jahr muss er sich erneut bewerben. Wer die Anwesenheitspflicht missachtet, keinen Vertreter schickt, keine neuen Initiatoren einlädt oder seinen Kollegen keine neuen Auftraggeber empfiehlt, wird hinterfragt.

Während sich die Initiatoren kurz vorstellen und Sundermann einen Vortrag über die Gründung der Gruppen und Chancen von Marketing in sozialen Medien hält, erklärt Stefan Ebbecke noch einmal die Sache mit dem Geld. Das BNI sei für ihn Teil der Arbeitszeit. „Ich sehe das betriebswirtschaftlich als eine klassische Aufwendung.“ Das Netzwerk führt sehr detaillierte Statistiken. Und auch wenn sie kein Versprechen sind, geht Ebbecke von einer konkreten Zahl von Auftragsempfehlungen aus, die ihm über das Jahr verteilt zugearbeitet werden und die er den anderen einbringt. „Der Mitgliedsbeitrag wirkt dagegen winzig klein“, sagt Ebbecke.

Nach exakt eineinhalb Stunden ist alles vorbei. Die Brötchen sind vergriffen. Der offizielle Teil geht jetzt in einen lockeren über. Wer Zeit hat, nutzt diese für kurze Vier-Augen- Gespräche. Viele kommen am nächsten Donnerstag wieder. Auch viele neue Gesichter – das haben sie versprochen. Und das, so Ebbecke, sei es, was ganz besonders zählt: das vertrauensvolle Wort.

Das BNI

Das Business Network International ist eine professionelle Vereinigung regionaler Geschäftsleute, die sich einmal in der Woche zur Frühstückszeit treffen. Die Idee stammt aus den Vereinigten Staaten. Das BNI wurde im Jahr 1985 von Unternehmensberater Ivan Misner in Arcadia (USA) gegründet und ist heute mit über 7.300 Unternehmerteams in 69 Ländern präsent. Im Unterschied zu anderen Empfehlungskreisen fokussiert das BNI sein erklärtes Ziel: mehr Umsatz durch neue Kontakte und Geschäftsempfehlungen. Neben der Gruppe in Göttingen sollen auch regionale Gruppen, beispielsweise in Northeim und Duderstadt, entstehen.

www.bni-suedniedersachsen.de

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