Jurastudium hinter Gittern

© GAU
Text von: redaktion

Studium mit Praxisbezug: Die Teilnehmer eines Seminars zum Strafvollzug an der Universität Göttingen lernen in dieser Woche den Alltag in einem deutschen Gefängnis kennen.

Drei Tage und Nächte verbringen die 15 Studierenden gemeinsam mit ihrem Seminarleiter Jörg-Martin Jehle in der knapp 160 Jahre alten Abteilung „Gerichtsstraße“ der Justizvollzugsanstalt Oldenburg.

Die Abteilung wurde im März dieses Jahres stillgelegt, ist jedoch unverändert: Die Studierenden bekommen sechs bis acht Quadratmeter große Zellen zugewiesen, erhalten dieselbe Ausstattung und – für einen Tagessatz von fünf Euro – dasselbe Essen wie die Gefangenen vor ihnen.

Sie schlafen in denselben Betten und benutzen dieselben Waschräume – jeweils 30 Personen teilen sich einen Duschraum mit drei Duschen.

Um 22 Uhr ist „Nachteinschluss“; Alkohol, Mobiltelefone und das Rauchen sind während des Aufenthaltes nicht gestattet.

Die Veranstaltung „Jurastudium hinter Gittern“ ist die erste dieser Art in einem deutschen Gefängnis. Ziel ist, den künftigen Richtern, Staatsanwälten und Strafverteidigern das Leben und die Arbeit „hinter Gittern“ näher zu bringen und sie spüren zu lassen, wie es sich anfühlt, eingesperrt zu sein.

Zum Aufenthalt gehört auch ein Besuch der neuen JVA Oldenburg an der Cloppenburger Straße, einem modernen Gefängnis der höchsten Sicherheitsstufe, sowie der Kontakt zu Inhaftierten.

Insgesamt nehmen an dem Projekt rund 80 Studierende der Universitäten Göttingen, Münster, Hamburg und Greifswald teil.