Jobgarantie

©AdobeStock: koti
Text von: Marisa Müller

Gesundheit als Perspektive

Die Gesundheitsbranche boomt. Dabei reicht die Bandbreite von bekannten Berufen wie Altenpfleger und Physiotherapeut bis hin zu exotischeren Jobs wie onkologischen Kosmetikern oder Orthoptisten. Und der Bedarf wird weiter steigen. Besonders im Pflegesektor sind schon heute die Fachkräfte knapp.

Kompensiert wird diese Lücke zunehmend durch Nachwuchs aus Osteuropa, besonders im privaten Bereich. Schuld an der akuten Situation ist zum einen die Überalterung des Personals, zum anderen spielt der demographische Wandel eine entscheidende Rolle. Immer mehr alte und somit häufiger kranke und pflegebedürftige Menschen werden in Zukunft Hilfe brauchen. Ziel dieser Hilfe ist es, Menschen, die durch geistige, seelische oder körperliche Leiden eingeschränkt sind, eine maximale Eigenständigkeit zu erhalten oder wieder zu ermöglichen. Wer also mit eigener Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte und grundsätzlich Interesse an Menschen, Medizin, Forschung und neuem Wissen hat, sollte die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder in diesem Bereich beruflich auf jeden Fall in Betracht ziehen. Denn die Ausbildungs- und Karrierechancen stehen hier besonders gut.

©Shutterstock:Anna FrajtovaIn Südniedersachsen bündelt die ‚Gesundheitsregion Göttingen‘ die Interessen derer, die im Bereich Gesundheit unterwegs sind. Und natürlich ist auch hier die Suche nach Nachwuchs ein Thema. Nach Pflegeskandalen und Debatten um Gehälter und Verantwortungsbereiche haben viele Dienstleister sehr gelitten – auch wenn immer nur die schwarzen Schafe ihre Schlagzeilen bekommen. Über dies sei vieles stigmatisiert und negativ besetzt, sagt Susann Lambrecht, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion Göttingen.

„Leider existieren noch viele alte Rollenverständnisse dieser Branche“, erklärt sie eines der Probleme.

Frauendominierte Bereiche, Kompetenzgerangel – doch so muss es nicht sein. Es sei nichts für Bequeme, stellt Lambrecht fest.

„Die Fähigkeit, einen Zugang zu Menschen herzustellen sowie Empathie in der Interaktion und Offenheit für sich verändernde Situationen sind wichtig“, erklärt sie weiter.

Außerdem sei die Fähigkeit hilfreich, sich von persönlichen Schicksalen distanzieren und Leid aushalten zu können und die Hochs und Tiefs durchzustehen, die die Arbeit mit sich bringt. Weiterhin sollte eine Bereitschaft dafür bestehen, Schichtdienste zu akzeptieren, an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Dafür gibt es aber auch eine Menge Möglichkeiten, sich persönlich zu entfalten. Und sinnstiftend ist ein Job im Sozial- und Pflegebereich überdies in jedem Fall. Gedankt wird es den Fachkräften besonders von den Pflegebedürftigen, aber auch den Angehörigen. Das kann eine ähnliche Bedeutung einnehmen wie beispielsweise der Applaus, den Schauspieler nach einer gelungenen Aufführung erhalten. Mitarbeiter haben heute vielfältige Einsatz- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Spezifikationen sind in den meisten Bereichen eine Option, zum Beispiel in der Wundversorgung, Beratung, Psychiatrie oder auch im OP.

Wer weiter kommen möchte, kann sich durch Interesse und Engagement qualifizieren. Auch akademische Weiterentwicklungen sind möglich. Das entscheidende daran: Das System bietet aufgrund seiner Durchlässigkeit Chancen für nahezu jedermann – egal mit welcher Grundvoraussetzung. Ob und für welchen Bereich des Gesundheitssystems du geeignet bist, sagt dir vermutlich dein Bauchgefühl – doch vage Theorie überzeugt leider wenig. Deshalb empfiehlt sich ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr sowie der Bundesfreiwilligendienst – lauter Möglichkeiten, um Vorstellungen und Wünsche mit der Realität abzugleichen.

Deutschlandweit bieten derzeit rund 230.000 Unternehmen und Institutionen Arbeitsplätze im Gesundheitssektor – um die sechs Millionen Menschen leisten aktuell ihren täglichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Alles Berufe, die gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz und realistische Übernahmemöglichkeiten bieten. Auf den Ausbildungsmessen in der Region sind auch viele Aussteller des Gesundheitssegments vertreten. Dort eröffnen sich konkrete Perspektiven, offene Fragen können direkt vor Ort geklärt werden. Also los, greif dir einen Job mit Perspektive!

Ausbildungsberufe in der Region: Altenpfleger, Ergotherapeut, Erzieher, Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger, Haus- und Familienpfleger, Logopäde, Masseur und medizinischer Bademeister, medizinischer Fachangestellter, Notfall- oder Rettungssanitäter, Physiotherapeut, Podologe u.v.m.

Detaillierte Informationen zu Gesundheitsberufen, Art und Dauer der Ausbildungen und viel Nützliches gibt’s unter: www.azubiyo.de/berufe/medizin-pflege-gesundheit