Januar-Tief zieht über den Arbeitsmarkt

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Text von: redaktion

Deutlicher als saisonal üblich fiel im Monat Januar der Anstieg der Arbeitslosenzahlen aus. Wie die Agentur für Arbeit Göttingen mitteilte, waren im Januar 17.754 Menschen arbeitslos gemeldet, 14,1 Prozent bzw. 2.192 mehr als im Vormonat.

Aber auch im Vergleich zum Januar 2012 war ein Anstieg um 2,2 Prozent bzw. 375 zu verzeichnen.

Die Arbeitslosenquote kletterte von 6,6 Prozent im Dezember auf 7,5 Prozent. Gegenüber Januar 2012 stieg sie um 0,1 Prozentpunkte.

„Das neue Jahr beginnt regelmäßig mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, berichtet Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen. „Als Quartals- und Jahresende ist der 31.12. ein klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Die darauf folgenden Arbeitslosmeldungen machen sich statistisch erst in den Januarzahlen bemerkbar.“

Allerdings, so der Agenturchef, falle in diesem Jahr der Anstieg höher als in den vergangenen Jahren üblich aus. „Wir hatten in den letzten Monaten zusätzlich einige Insolvenzen, Transfergesellschaften sind ausgelaufen und das eine oder andere Unternehmen hat auch Personal abgebaut.“

Deutlich war auch der Rückgang bei den Arbeitsangeboten zu spüren, die Unternehmen und Verwaltung bei der Agentur für Arbeit im Januar gemeldet haben. So gingen im zurückliegenden Monat 536 Stellenofferten ein, 189 bzw. 26,1 Prozent weniger als im Dezember und 123 bzw. 18,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Deutlich war auch der Rückgang im Stellenbestand. Standen Arbeitsuchenden in Südniedersachsen im Dezember noch 2.049 angebotene Arbeitsstellen offen, waren dies im Januar nur noch 1.735.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Bestand um 14,7 Prozent bzw. 299 Arbeitsofferten.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Januar 22.154. Damit sank der Wert um 1.109 bzw. 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen im Jahresverlauf

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen verlief in den zurückliegenden Monaten mit den regional üblichen, saisonal bedingten Höhen und Tiefen.

Zwischen Februar 2010 und November 2012 wurden allerdings aufgrund günstiger konjunktureller Einflüsse konstant die jeweiligen Werte des Vorjahresmonats unterschritten.

Seit Dezember 2012 liegt die Zahl der Arbeitslosen wieder über dem Wert des Vorjahresmonats: Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 2,2 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen und den angrenzenden Agenturbezirken

Unterschiedlich verlief die Entwicklung in den drei zum Agenturbezirk zählenden Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode. Im Landkreis Göttingen stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 674 bzw. 8,2 Prozent auf 8.929 an.

Die Arbeitslosenquote lag bei 7,0 Prozent und somit 0,5 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Um 0,4 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent stieg die Arbeitslosenquote im Landkreis Northeim im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Im Januar waren hier 5.639 Menschen arbeitslos, 256 bzw. 4,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 681 bzw. 13,7 Prozent mehr als im Dezember. Im Landkreis Osterode stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar im Vergleich zum Vormonat ebenfalls an, und zwar um 12,1 Prozent bzw. 343 auf aktuell 3.186.

Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent, im Dezember betrug sie 7,5 Prozent. Gegen den Trend entwickelte sich die Arbeitslosigkeit allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat: Gegenüber Januar 2012 sank die Zahl der Arbeitslosen um 555 bzw. 14,8 Prozent.

Wie im Agenturbezirk Göttingen stieg auch in Niedersachsen die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat deutlich an. Sie lag im Januar bei 7,1 Prozent, 0,7 Prozentpunkte über dem Dezemberwert.

Im Januar 2012 hatte die Arbeitslosenquote im Landesdurchschnitt 7,0 Prozent betragen. Die Entwicklung in den Nachbarbezirken der Göttinger Arbeitsagentur verlief mit Blick auf den Vorjahresmonat unterschiedlich: Während in den Agenturbezirken Hildesheim und Braunschweig-Goslar die Arbeitslosenquote wie in Göttingen um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 bzw. 8,3 Prozent anstieg, sank sie in Hameln um 0,4 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent.

Der auf hessischer Seite angrenzende Agenturbezirk Kassel verkündete im Vorjahresvergleich eine gleichbleibende Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent. Im thüringischen Nachbarbezirk Nordhausen lag die Arbeitslosenquote bei 11,0 Prozent (Vorjahresmonat 11,1 Prozent).