Jahresrückblick auf Göttingens Arbeitsmarkt

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  Der Agenturbezirk Göttingen schließt Fazit für den Arbeitsmarkt 2017 uns wagt einen Blick auf das Jahr 2018.

Erstmals im Agenturbezirk Göttingen sank die Arbeitslosenquote 2017 im Jahresdurchschnitt unter die Sechs-Prozent-Marke. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen lag für das vergangene Jahr bei 14.044 und damit 378 unter dem Wert des Vorjahres. Gegenüber 2016 stieg die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, um 51 auf insgesamt 4.584. Demgegenüber betreuten die Jobcenter der Region im Jahresdurchschnitt 9.461 Arbeitslose, 429 weniger als im Vorjahr.

Der positiven Entwicklung der Arbeitslosigkeit auf der einen Seite entspricht die deutlich gestiegene Nachfrage auf der anderen. Von Januar bis Dezember meldeten Wirtschaft und Verwaltung 16.178 neue Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit. Entsprechend dem Trend im Bereich der Arbeitslosenzahlen wurde auch auf der Nachfrageseite ein neuer Rekordwert erreicht. Durchschnittlich waren 2017 über 4.000 Stellen im Bestand der Arbeitsagentur Göttingen zu verzeichnen.

„Aber wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten“, resümierte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, die letzten zwölf Monate. „Wenn immer weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Stelle suchen und Arbeitgeber steigende Bedarfe an Arbeitskräften haben, dann wird es immer schwieriger, den Markt auszugleichen. Der Wind hat eindeutig gedreht. In vielen Branchen und Berufen sind wir auf dem Weg zum Nachfragemarkt. Das lässt sich unter anderem daran ablesen, wie lange es dauert, offene Stellen zu besetzen. Und daran, wie viele Arbeitslose entsprechend der nachgefragten Qualifikation statistisch auf eine Stelle kommen.“

Was den Ausbildungsmarkt betrifft, hat sich die Lehrstellenlücke vergangener Jahre scheinbar geschlossen. Es gab weniger Bewerber bei mehr ausgeschriebenen Stellen. Dennoch blieben zum Ausbildungsstart 115 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz oder konkrete Alternative. Auf der Seite der Betriebe konnten 122 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Die Gründe lagen vielfach in der fehlenden Übereinstimmung der geforderten und angebotenen Qualifikationen , in der Erreichbarkeit des Ausbildungsortes und in dem Missmatch von nachgefragten und angebotenen Ausbildungsberufen. Dennoch zeigte sich bei der Entwicklung der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für den Agenturbezirk Göttingen ein leichter Aufwärtstrend: Gegenüber 2015 und 2016 wurden 90 Ausbildungsverträge mehr eingetragen.

Für die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2018 hat die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), regionale Prognosen errechnet. So gehen die Forscher für das neue Jahr im Mittelwert von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 4,3% aus. Auf der Seite der Beschäftigungsentwicklung prognostizieren sie ein Wachstum um 1,2%. Aufgrund des regionalen Branchenmixes dürften zusätzliche Arbeitsplätze insbesondere im Gesundheitswesen, im Bereich Erziehung und Unterricht, in Pflegeeinrichtungen, im Bereich Gebäudebetreuung und Garten- Landschaftsbau sowie in der Arbeitnehmerüberlassung entstehen.

Unternehmen sollten sich auf eine zeitaufwändige Personalsuche und einen hohen Ersatzbedarf, aufgrund der Altersstruktur der Arbeitnehmerschaft einstellen. Außerdem gilt es sich aufgrund der vortscheitenden Digitalisierung dem Thema Weiterbildung der Mitarbeiterschaft zu stellen.