Internationaler Promotionspreis für Göttinger Doktorandin

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Text von: redaktion

Die Göttinger Doktorandin Anna Henrichs hat den Promotionspreis der internationalen ATLAS-Kollaboration am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf erhalten.

Henrichs hat ihre Promotion am II. Physikalischen Institut der Universität Göttingen im April 2012 abgeschlossen.

In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit dem schwersten bekannten Elementarteilchen, dem Top-Quark. Sie entwickelte mehrere neue Methoden, die starke Wechselwirkung mit anderen Teilchen im System des Top-Quarks mit bisher unerreichter Präzision zu vermessen.

Die Physiker in Göttingen sind am Großexperiment ATLAS mit dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem Large Hadron Collider (LHC), beteiligt.

Untersucht werden dabei zentrale physikalische Fragen zum Materiezustand des Universums kurz nach dem Urknall sowie die Ergebnisse hochenergetischer Kollisionen von Wasserstoffkernen.

Das Top-Quark gehört zu den fundamentalen Bausteinen, aus denen alle Materie aufgebaut ist. Aufgrund seiner großen Masse verhält es sich anders als alle anderen bekannten Elementarteilchen. Es ist beispielsweise das einzige Quark, das schneller zerfällt, als es gebundene Zustände eingehen kann.

„Mithilfe eines innovativen Ansatzes ist es Henrichs nun gelungen, die weltweit präziseste Messung eines Top-Quarks zu erreichen. Im Jahr 2012 hat sie die Methode verfeinert und in einem vergrößerten Datensatz die Präzision noch weiter gesteigert“, sagt der Göttinger Physiker Arnulf Quadt, der die Arbeit betreut hat.

ATLAS ist eine internationale Großkollaboration mit etwa 3000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt, davon etwa 600 Doktorandinnen und Doktoranden.

Aus den 29 besten Promotionen, die mit der Note ‚Summa cum laude‘ ausgezeichnet wurden, hat das Preiskomitee die fünf besten Arbeiten ausgewählt.

Henrichs ist aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen mit einem Feodor-Lynen-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden und arbeitet seit Sommer 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Yale (USA).

Das Feodor-Lynen-Forschungsstipendium erhalten überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftler aus Deutschland, die ihre Promotion vor nicht mehr als vier Jahren abgeschlossen haben.

Sie bekommen so die Möglichkeit, ein selbst gewähltes, langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem wissenschaftlichen Gastgeber ihrer Wahl an einer Forschungseinrichtung im Ausland durchzuführen.