Insektizide bedrohen Artenvielfalt

© Dr. Carsten Thies
Text von: redaktion

Agrarökologen der Universität Göttingen belegen die schädliche Wirkung. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine Verdopplung der landwirtschaftlichen Produktion auf Getreidefeldern einhergeht mit einem Verlust der Hälfte der Pflanzenarten und einem Drittel der Laufkäferarten und Vögel.

In einer groß angelegten Studie haben Wissenschaftler der Abteilung Agrarökologie an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen zusammen mit Forschern aus acht europäischen Ländern untersucht, wie sich einzelne Faktoren auf die Vielfalt von Pflanzen, Käfern und bodenbrütenden Ackervögeln auswirken.

Auch die biologische Schädlingsbekämpfung durch natürliche Fressfeinde wurde am Beispiel von Blattläusen untersucht.

Sie fanden heraus, dass eine Verdopplung der landwirtschaftlichen Produktion auf Getreidefeldern einhergeht mit einem Verlust der Hälfte der Pflanzenarten und einem Drittel der Laufkäferarten und Vögel.

Die Analyse kam zu einem klaren Ergebnis: Hauptursache für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt sind Spritzmittel wie Insektizide und Fungizide.

Dagegen hatte eine organische Bewirtschaftung des Bodens zwar einen positiven Einfluss auf die Vielfalt der Pflanzen und Laufkäfer; die Brutvögel konnten davon allerdings nicht profitieren.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Pestizide trotz der jahrzehntelangen Bemühungen der Europäischen Union, deren Einsatz zu verringern, nach wie vor die größten negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben.

Zudem beeinflusst der Pestizid-Einsatz weitere Funktionen der betroffenen Ökosysteme wie zum Beispiel die biologische Kontrolle von Schädlingen.

Fazit ist, dass die Artenvielfalt in Europa nur erhalten werden kann, wenn die Verwendung von Spritzmitteln in großen Teilen der Landwirtschaft auf ein Minimum beschränkt wird.