Innovatives Vorsorgekonzept

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Text von: redaktion

“5 für 20!“ - neuartige Altersvorsorge für Mitarbeiter bei der Firma KMO Zeitarbeit Bovenden - Modellcharakter für andere.

Die SMS Gesellschaft für Wirtschafts-, Finanz- und Vorsorgemanagement mbH hat in Zusammenarbeit mit der Gothaer Versicherung ein neuartiges Vorsorgekonzept für die Belegschaft der KMO Zeitarbeit in Bovenden entwickelt. Bisher ist es wegen hoher Fluktuation und dem Wunsch, eine Festanstellung außerhalb der Zeitarbeit zu bekommen, oft nicht üblich, mit einer betrieblichen Altersvorsorge in einer Zeitarbeitsfirma zu beginnen. Mit dem neuen Konzept wird die Vorsorge jedoch lukrativ. In dem Modell „5 für 20!“ erhält jeder Mitarbeiter, der bereits sechs Monate bei KMO beschäftigt ist und einen Mindesteinsatz von monatlich fünf Euro im Rahmen der Entgeltumwandlung zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge verwendet, einen monatlichen Zuschuss von 15 Euro als arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge von der KMO-Zeitarbeit in die Betriebsrente. Zusammen ergeben sich monatlich 20 Euro, welche für jeden Mitarbeiter als Beitrag in eine Betriebsrente fließen und von Beginn an dem Arbeitnehmer gehören. Das Modell wurde von KMO Inhaber, Horst Kraus, Markus Schreier, Geschäftsführer der SMS GmbH in Göttingen, und Dirk Nienstedt, Firmen und Verbandsberater der Gothaer Versicherung, entwickelt.

Auch ein späterer Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber ist durch die Portabilität der Betriebsrente mittlerweile gesetzlich geregelt. Der künftige Arbeitgeber oder der Mitarbeiter kann den Vertrag weiterführen.

Durch eine Lösung über die Gothaer Pensionskasse AG, sind die eingezahlten Beiträge im Leistungsfall gewährleistet. Dieses neue Vorsorgekonzept, als eine Kombination von arbeitnehmer- und arbeitgeberfinanzierter Altersvorsorge, könnte auch als Muster für andere Branchen oder Unternehmen genutzt werden. KMO-Zeitarbeit hebt sich nicht zuletzt mit dieser Idee von der Branche der Zeitarbeitsfirmen ab und lebt damit die Firmenphilosophie „Von Menschen, mit Menschen, für Menschen“ erfolgreich weiter. Die firmenfinanzierte Altersvorsorge ist innerhalb bestimmter Grenzen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sozialabgaben- und steuerfrei. „Im Gegensatz zu einer Lohnerhöhung, bei der meist über die Hälfte von den Abgaben aufgezehrt wird, ist ‚Versorgungslohn statt Barlohn‘ die bessere Alternative“, so Dirk Nienstedt.

Zusätzliche Altersvorsorge ist spätestens seit dem Alterseinkünftegesetz zum 01.01.2005 unverzichtbar. Die demographische Entwicklung zwang die Politik zum Handeln und sukzessive steigt der Anteil, der vom Renteneinkommen zu besteuern ist. Ab 2040 ist die gesetzliche Rente zu 100 Prozent steuerpflichtig. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache und der Nicht-Anpassung der Renten an die realen Preissteigerungsraten in den letzten Jahren, titelten die Medien mit der so genannten „Schrumpfrente“.

Der Anteil der betrieblichen Altersvorsorge steckt im internationalen Vergleich noch in den Kinderschuhen. Dabei ist die Möglichkeit des Bruttosparens für niedrige Einkommensgruppen oft die einzige Möglichkeit, sich etwas für die Altersvorsorge leisten zu können. „Leider kann der tägliche Bedarf für Lebensmittel nicht Brutto, sondern nur aus dem Nettoeinkommen eingekauft werden. Altersvorsorge kann brutto eingekauft werden“, so Markus Schreier.

Die über den Arbeitgeber durchgeführte Altersvorsorge sollte so früh wie möglich beginnen. Ein späterer Einstieg und das Warten auf eine Festanstellung außerhalb der Zeitarbeit bedeutet, dass durch das gestiegene Eintrittsalter und ausgelassene Zinseszinseffekte die garantierte Altersvorsorge teurer wird. Die Entwicklung des Garantiezinses der Lebensversicherungen von 3,75 Prozent in 2002 auf 2,25 Prozent in 2007, bestätigt diese Aussage.