Indien-Workshop am Centre for Modern Indian Studies

Text von: redaktion

Kaum ein Land der Welt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark verändert wie Indien. Welche Konflikte mit den Entwicklungen einhergehen, ist das Thema des Workshops “Raum, Kapital und Sozialgeschichte in Südasien“ am Centre for Modern Indian Studies (CeMIS) an der Uni Göttingen.

Die Industrie boomt, der Dienstleistungssektor wächst rapide. Gleichzeitig ist Indien stark von der Landwirtschaft geprägt, weshalb mehr als die Hälfte der Inder lebt auf dem Land. Doch immer mehr Menschen zieht es aus den Dörfern in die Millionenstädte wie Mumbai oder Delhi.

Im Mittelpunkt des Workshops vom 24. bis 26. Juni 2010 steht daher das Thema Landrechte und Raumnutzung. Denn der industrielle Strukturwandel, die explosive Ausdehnung neuer Gewerbezonen, der Bau riesiger Einkaufszentren sowie die zunehmende soziale Spaltung von Bevölkerungsgruppen führen im dichtbevölkerten Indien zu scharfen Kontroversen.

Diese aktuellen Entwicklungen stehen in Göttingen zur Diskussion. Der internationale Workshop am CeMIS möchte ein Forum bieten für Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, darunter Geschichte, Soziologie, Ethnologie und Geographie. Die Forscher wollen dabei neue, kritische Perspektiven entwickeln, die ein genaueres Verständnis der wirtschaftlichen Entwicklungen, kulturellen Veränderungen und sozialen Konflikte in Südasien ermöglichen.

Das Centre for Modern Indian Studies (CeMIS) wurde im September 2009 gegründet und erforscht das moderne Indien aus sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftlicher Sicht. Organisiert wird der Workshop von Ravi Ahuja, der als erster Professor ans CeMIS berufen wurde und mit Publikationen zur Entwicklung der Megastädte des Subkontinents auf diesem Forschungsgebiet international als ausgewiesener Experte gilt.