In vier Jahren zum Vollprofi

©PFH Göttingen / Maßarbeit: Demekech Demsie Post erhält ihre Orthese von Mario Koppe.
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Mario Koppe ist einer der ersten Absolventen des Bachelorstudiengangs Orthobionik an der PFH Private Hochschule Göttingen. Am 14.12. hat er seine Abschlussarbeit in der PFH-Lounge vorgestellt.

Die ersten acht Teilnehmer des Studiengangs Orthobionik in Göttingen haben nach acht Semestern ihre Abschlussprüfungen zum Bachelor bestanden. Ein wesentlicher Teil dieser Prüfungen umfasst das Anfertigen orthopädietechnischer Arbeitsproben, sogenannter Anfertigungsstücke, welche die erlernten Kompetenzen aus allen Bereichen des Studiums in einer Aufgabe vereinen. Diese müssen die Studierenden innerhalb eines Zeitrahmens von zwei Wochen in Eigenregie konzipieren, planen und bauen. Das Anfertigungsstück von Absolvent Mario Koppe ist eine Ganzbeinorthese für die Göttinger Friseurin Demekech Demsie Post, die in ihrem dritten Lebensjahr an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankte.

Durch die Erkrankung ist das linke Bein der gebürtigen Äthiopierin „schlaff gelähmt“ – es gibt keine Impulsübertragung vom Nerv zum Muskel. Das hat einen Kraft- und Funktionsverlust der Muskulatur zur Folge und macht vor allem mit Blick auf den Beruf der 42-Jährigen eine orthopädietechnische Versorgung notwendig. Den Kontakt zu dem Studierenden hatte ihr Betreuer beim Orthopädietechnikunternehmen Otto Bock HealthCare hergestellt.

PFH-Präsident Frank Albe bezeichnet Koppe lobend als „Ergebnis der offenen Hochschule“. Dieses Konzept beschreibt die Möglichkeit ohne Abitur oder Fachhochschulreife studieren zu können, sofern bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden. So auch Koppe, der nach einer abgeschlossen Ausbildung zum Orthopädietechniker und drei Jahren Berufserfahrung bei Otto Bock an der PFH sein Orthobionik-Studium anschloss.

©PFH Göttingen / Hightech: Carbonfasern und Titan machen die Orthese leicht und stabil.

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