In der Zange

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Text von: redaktion

Unternehmen und der demographische Wandel: Reagieren sie jetzt!

1. Zahlen, Daten und Fakten zu der demographischen Frage

Die größte Gruppe in der Bevölkerung sind die heute 40- bis 45-Jährigen. Betrachtet man die Bevölkerung Deutschlands auf Basis der Altersgruppen, so verringert sich die Zahl der Menschen innerhalb einer Altersgruppe dramatisch nach unten. Die Gruppe der heute 40- bis 45-Jährigen wird sich in wenigen Jahren um 30 Prozent verringern. Der zu erwartende und teilweise bereits vollzogene Einfluss auf die Erwerbsbevölkerung stellt sich in der demographischen Zange dar: In den letzten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts war die Zahl der Mitarbeiter unter 30 Jahre doppelt so groß wie die der über 50-jährigen. Diese Zahl kehrt sich bis zum Jahr 2020 um. 2. Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Arbeitswelt

Die wohl gravierendste Auswirkung des demographischen Wandels wird man bei der Rekrutierung junger, gut ausgebildeter Fachkräfte verspüren. Die jungen Menschen wird es freuen – mit der richtigen Ausbildung werden sie nahezu eine Arbeitsplatzgarantie vorfinden. Die Verhältnisse aus Sicht der Unternehmen werden sich von einer Angebots- zu einer Nachfragesituation verändern. Bleibt also die Lebensarbeitszeit als eine mögliche Lösung fehlender Arbeitskapazität qualifizierter Facharbeit. Die Unternehmen werden gezwungen sein, ältere Mitarbeiter mit wichtigem Know-how länger an sich zu binden. Allerdings ist auch klar, dass diese Option das grundsätzliche Problem nur um eine bestimmte Anzahl an Jahren aufschiebt.

3. Was können Unternehmen als Reaktion auf diese Entwicklung tun?

Für eine erfolgreiche Rekrutierung junger Fachkräfte müssen sich die Unternehmen im Wettbewerb durchsetzen. Sie benötigen Merkmale, die sie attraktiver als andere machen. Angebot und Nachfrage verändern sich zugunsten der Arbeitnehmer. Aber die Einkommenshöhe allein reicht als Merkmal nicht aus: Ein interessanter Arbeitgeber zeichnet sich durch eine attraktive Zukunftsstrategie aus. Er muss einen hohen Innovationsgrad haben, global tätig sein und Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen.

Mehr denn je wird es wichtig sein, wie Unternehmen die Bereiche Beruf, Familie und Freizeit verbinden. Bereits heute ist im hoch qualifizierten Erwerbssegment die traditionelle Trennung von Beruf und Familie längst Vergangenheit. Eine Arbeitszeit bis 19 Uhr und Samstagsarbeit zu Hause sind in bestimmten Bereichen keine Seltenheit und werden eher noch zunehmen. Ein weiteres Beispiel sind die Bereiche Qualifizierung und lebenslanges Lernen. Wer hierfür eine vernünftige und glaubhafte Strategie vorweisen kann, steigt im Image als attraktiver Arbeitgeber.

Zwei ambitionierte Ansätze wurden in der Zusammenarbeit zwischen der Möhwald Unternehmensberatung und der Göttinger Sartorius AG entwickelt bzw. sind noch in der Entwicklung:

  • Modelle für ein variables Ausscheiden aus dem Berufsleben nach 65
  • Lernpartnerschaften zwischen jungen und älteren Mitarbeitern

Für die „Modelle nach 65″ für ältere Mitarbeiter ist die zentrale Botschaft: Man kann die Älteren nicht kaufen, man muss andere Anreize präsentieren.

Bei den Lernpartnerschaften sind die Zusammenführung von Lernpartnern und der Abbau von Vorbehalten die ersten Schritte.