In Brüssel mitreden

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Was können niedersächsische Unternehmen von Europa erwarten - faktor besuchte dazu die Landesvertretung in Brüssel.

Was können niedersächsische Unternehmen von Europa erwarten – faktor besuchte dazu die Landesvertretung in Brüssel.

Wer in Europa mitreden will, muss vor Ort sein. Deswegen unterhält die Landesregierung seit 1991 eine eigene Vertretung Niedersachsens bei der Europäischen Union in Brüssel. „Wir nehmen

im direkten Kontakt mit den Organen und Institutionen der EU die Interessen des Landes wahr“, erklärt Wolfgang Pelull, Referent der Landesvertretung, im faktor-Gespräch. Die Landesvertretung beschaffe direkt vor Ort Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Europäischen Union und ermögliche es so, dass niedersächsische Positionen frühzeitig in den europäischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess eingebracht werden können. „Dafür muss man umgekehrt in den Willensbildungsprozess zu Hause eingebunden sein, sonst agiert man hier wie ein Hamster im Käfig“, erläutert der gebürtige Göttinger Pelull. Dafür ist die Landesvertretung Teil der Staatskanzlei. „Mit unserer Arbeit tragen wir erheblich dazu bei, dass Niedersachsen erfolgreich an den europäischen Förderprogrammen partizipiert“, so Pelull weiter. In diesem Zusammenhang räumt er mit einem alten Vorurteil auf: „Hier in Brüssel liegt kein Geld auf der Straße, das man einfach nur abholen müsste.“ Nur für gute Projekte gebe es auch Geld. Eine wichtige Rolle spiele die Landesvertretung auch bei der Europa-Qualifizierung von

Landesbediensteten sowie von Multiplikatoren aus ganz Niedersachsen: darunter sind Journalisten, kommunale Frauenbeauftragte, Unternehmer oder Mitglieder von Betriebsräten.

Als Servicestelle steht die Landesvertretung außerdem den niedersächsischen Mandatsträgern der kommunalen Gebietskörperschaften, den Mitgliedern des Landtages, den Unternehmen und den Bürgern zur Information und Beratung bei Fragen zur europäischen Politik zur Verfügung. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Vertretung zählen insbesondere die Beschaffung und Aufarbeitung von Informationen zu europäischer Gesetzgebung und EU-Förderprogrammen; die Einbringung niedersächsischer Positionen in den Willensbildungsprozess der EU-Institutionen; die unterstützende Begleitung von Projektanträgen; die Durchführung von Veranstaltungen zu Themen von niedersächsischem Interesse; die Vermittlung von Ansprechpersonen in den EU-Institutionen und die Erarbeitung von Gesprächsprogrammen für niedersächsische Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft; die Präsentation der kulturellen und

wirtschaftlichen Vielfalt Niedersachsens in Brüssel; die Organisation von Fortbildungsseminaren und Arbeitsaufenthalten zur Europa-Qualifizierung der Landesverwaltung. „Zu unseren Hauptaufgaben zählt es, an Informationen zu kommen, die noch nicht frei verfügbar sind“, erklärt Wolfgang Pelull. Dazu nutzt die Vertretung intensive Kontakte zu den EU-Institutionen in Brüssel, insbesondere zur Europäischen Kommission, zum Europäischen Parlament und zum Ausschuss der Regionen wie auch zur Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland und zu den Repräsentanzen anderer Mitgliedsstaaten und Regionen. Von den guten Beziehungen der niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel können auch andere profitieren. Wolfgang

Pelull: „Gern vermitteln wir interessante Kontakte weiter.“