Im Winterwunderland zurück zu den Wurzeln

Mit der Kombination aus Weltkulturerbe und Nationalpark ist das höchste Gebirge ­Norddeutschlands in Deutschland einzigartig. Insbesondere der Westharz besinnt sich inzwischen immer mehr auf seine Ursprünge.

NATIONALPARK HARZ

Der Nationalpark Harz umfasst zehn Prozent des Harzes. In diesem Gebiet hat man sich dem Schutz natürlicher Prozesse verschrieben und will die Begeisterung und den Respekt für die Vielfalt und Schönheit einer freien Natur wecken und bewahren. Nationalpark-­Partner sind touristische Betriebe, Vereine und Institutionen der Nationalparkregion, die umweltfreundlich agieren, um aktiv die Natur zu schützen und die Region nachhaltig zu entwickeln. Weitere Infos unter www.nationalpark-harz-partner.de.

Der Westharz bietet zu jeder Jahreszeit attraktive Ausflugziele. Im Winter, wenn es geschneit hat, wirken die Orte oft wie in einer gläsernen Schneekugel. Warmes Licht fällt dann aus den Fenstern der Häuser auf schneebedeckte Straßen. Nach einem schönen Tag in uriger Landschaft kann man sich auf das Einkehren in einem romantischen Restaurant freuen. Und wenn das Wetter – im Harz liegt leider nicht immer Schnee – mal nicht mitspielt, gibt es einiges Kultur­historisches zum Staunen.

Rückkehr zur natürlichen Vielfalt

Der Nationalpark Harz, eine „sagenhafte Bergwildnis“, bis vor Kurzem durch seine menschengeprägte Fichten-­Monokulturlandschaft bekannt, entwickelt sich gerade in einen Naturwald zurück. Es hat sich ein Netzwerk von Nationalpark-Partnern mit unterschiedlichen Unter­nehmen aufgebaut. Unter anderem setzen Hotelbesitzer, Ferienhausanbieter, Restaurants und Outdooranbieter auf den sogenannten „sanften Tourismus“. Sie alle wollen rücksichtsvoll und ressourcensparend mit ihrer Umwelt umgehen und damit die Natur schützen. Und sie bieten den Gästen besondere Erlebnisse. Das Label ­„Nationalpark-Partner“ bekommen Unternehmen aus dem Bereich des Nationalparks oder aus direkt angrenzenden Regionen, die ihre Leistung im Nationalpark anbieten. Sie müssen gemäß des offiziellen Slogans „Im Herzen Naturversteher“ verschiedene Qualitäts- und Umweltstandards erfüllen.

In vielen Harzer Betrieben entwickelt sich der Gedanke des sanften, umweltfreundlichen und damit auch die Natur schützenden Tourismus weiter – und das Netzwerk wird größer. Die Idee, den Nationalpark Harz mit seinen Wäldern, Seen und Wiesen in der Renaturierung zu fördern und damit das einzigartige Gebirge auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, setzt sich dabei immer mehr durch. Hier ein kleiner Einblick in die ­Nationalpark-Partnerangebote des Westharzes.

Den Wald hautnah erleben

Mitten im Wald zu übernachten ist ein Abenteuer. Bei „Cozy Cabins“ wohnt man in einem ökologisch und modern ausgebauten Seecontainer. Oder sollte es lieber etwas „abgehobener“ sein? Dann bieten sich Baumhäuser in luftiger Höhe an, wie im Osteroder Ortsteil Lerbach bei „Resina Arts“. Die Nationalpark-Partner sorgen für besondere Unterbringungsmöglichkeiten für große und kleine Gruppen. Alle sind modern, komfortabel und wirtschaften nachhaltig. 

Auf dem richtigen Weg

Bei geführten Expeditionen bieten fachkundige National­park-Guides einen ganz besonderen Blick auf die Zusammenhänge im Nationalpark Harz. Sportlich geht es beim Mountainbiking zu. Das Team von „Trailtech Mountainbiking“ aus Waake hält genauso Angebote im Nationalpark bereit wie das „Erlebnisteam Harz“ aus Bad Grund, das während seiner geführten Trailrunning-Touren auch auf kleine Naturgeheimnisse ­aufmerksam macht. Alle Wanderungen und Touren werden rücksichtsvoll und im Einklang mit der Natur umgesetzt.

Seltene Räuber

Tierisch geht es im NABU-Wildkatzen-Erlebniszentrum in Bad Harzburg zu. Über Jahrzehnte war die stark gefährdete Wildkatze (Felis silvestris) in Niedersachsen nur noch im Harz heimisch, inzwischen „schleicht“ sie wieder durch weite Teile Niedersachsens. Im Erlebniszentrum können die scheuen Tiere gut beobachtet werden.

Harzer Erfindungen, die um die Welt gingen

Grube Samson in Sankt Andreasberg: Im ehemals ­tiefsten Bergwerk der Welt haben Gäste die Möglichkeit, die einzige noch betriebsfähige Fahrkunst der Welt in Aktion zu sehen. In spannenden Führungen wird viel Wissenswertes über technische Erfindungen, die der Harzer Bergbau schon vor über 100 Jahren hervorgebracht hat, vermittelt. Was es mit den singenden Harzer Rollern auf sich hat, klärt sich bei dieser Gelegenheit auch gleich im einzigartigen Harzer-Roller-Museum.

Nachts im Harz

Wie wäre es, die unendlichen Weiten des Harzer Nachthimmels zu erforschen? Bei astronomischen Beobachtungen und Exkursionen der Sternwarte Sankt Andreasberg bieten sich viele Gelegenheiten dazu, und im hauseigenen Planetarium spielt auch das Wetter keine Rolle.

Kulinarisches darf nicht fehlen

Mit viel Fantasie verwöhnen Restaurants den Gaumen der Harzbesucher. Egal, ob zu Fuß, mit Langlaufskiern, per Fahrrad oder auf dem Pferderücken, nicht nur eine grandiose Aussicht, sondern auch typische Harzer Gerichte und hausgemachter Kuchen warten auf der Hanskühnenburg. Vom Rodelhaus in Braunlage aus lässt sich der Nationalpark bestens zu Fuß erschließen. Ein kulinarischer und ein kultureller Genuss lässt sich im Hotel Harzer Hof in Scharzfeld verbinden. Das kleine Hotel lockt mit regionalen Gerichten und – das ist ein besonderes Highlight – mit regelmäßigen Aufführungen im hauseigenen Theater. ƒ

TOP

entdeckt, entwickelt & erzählt Erfolgsgeschichten