Im Herzen Europas

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Text von: redaktion

Thorsten Schumacher von der Landesvertretung in Brüssel verrät, wie Unternehmen von Europa profitieren können.

Thorsten Schumacher von der Landesvertretung in Brüssel verrät, wie Unternehmen von Europa profitieren können. W er erstmals in europäischen Angelegenheiten bei der Vertretung des

Landes Niedersachsen in Brüssel vorbeischaut, fühlt sich häufig bereits durch die umliegende gigantomane Architektur unsicher. Man hat es doch schon immer vermutet: Die Strukturen der europäischen Verwaltung sind unübersichtlich, kompliziert und vermitteln einen überzogenen Aufwand. Dennoch möchte man, dass der (zumeist freiwillige) Gang nach Brüssel nicht die hierin gesetzten Erwartungen enttäuscht.

Um dies zu gewährleisten und handfeste Interessen an die richtigen Institutionen und Personen zu vermitteln, gibt es die Vertretung des Landes Niedersachsen. Durch die insgesamt 19 dort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen wird gewährleistet, dass alle Bereiche, in denen niedersächsische Anliegen berührt sind, vor Ort vertreten werden. Vorrangiges Ziel ist somit der frühzeitige Informationstransfer nach Niedersachsen und die Repräsentation von Anliegen gegenüber den europäischen Institutionen, sprich: Lobbying für das Land, seine Unternehmen und Bürger. Und dass dieses sich lohnen kann, ist in diesen Tagen offensichtlich. Mit dem anstehenden Jahreswechsel beginnt für die wichtigsten europäischen Förderprogramme eine neue Ära. Das Siebte Forschungsrahmenprogramm (FP 7), das Programm zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sowie das Aktionsprogramm zum Lebenslangen Lernen werden mit Ausschreibungen im ersten Quartal 2007 endgültig aus der Taufe gehoben. Dank eines gestiegenen Budgets (allein das Forschungsrahmenprogramm ist bis zum Jahr 2013 mit 54 Milliarden Euro ausgestattet), dürfte sich die Attraktivität auch für niedersächsische Unternehmen spürbar erhöhen. Hinzu kommen gezielte Ausschreibungen für KMU und KMU-Verbünde, die diesen eine höhere Beteiligung sichern sollen. Je nach Grad der Anwendungsorientierung, Produktnähe und Verwertungsfähigkeit dürfte das Interesse von Unternehmen eher auf den Bereich der Förderung von Forschung und Entwicklung oder unterstützenden Maßnahmen zur Erreichung von Wettbewerbsfähigkeit liegen. Ersteres wird durch das Siebte Forschungsrahmenprogramm, letzteres durch das Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP), und dort im Wesentlichen beschränkt auf KMU, gefördert. Das FP 7 sieht Förderungen in nahezu allen Forschungsbereichen vor. Jedoch ist diese Förderung in weiten Teilen angebotsorientiert, d. h. im Rahmen einer Antragstellung muss eindeutig auf die in der Ausschreibung angegebenen Spezifizierungen eingegangen werden. Da dies nicht immer die Interessen von Unternehmen widerspiegelt, gibt es Förderlinien für KMU mit dem Hinweis, wo diese ihre Projekte vorgabenfrei einreichen können. Das CIP setzt in den kommenden Jahren seine Schwerpunkte in den Bereichen Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien, hinzu kommen die Förderung transnationaler Zusammenarbeit sowie von Geschäftsunterstützungsdiensten. Für beide Programme wird es auch weiterhin dezentrale Beratungseinrichtungen geben, die in der Regel bei den Hochschulen (EU-Hochschulbüros) oder bei den IHKs (Innovation Relay Centres) angesiedelt sind. Und für Informationen zu den generellen Förderstrukturen auf europäischer Ebene, für die Vorbereitung von Besuchsprogrammen oder die Vermittlung von Ansprechpartnern in den europäischen Institutionen stehen natürlich auch immer die Beschäftigten der Vertretung des Landes Niedersachsen im Herzen Europas zur Verfügung.