Im Auge des Betrachters

Text von: Claudia Klaft

Gutes Sehen ist ein wichtiges Gut, aber nicht jedem gegeben. faktor zeigt, welche Wahlmöglichkeiten sich für Sehhilfen bieten.

Viele haben Probleme, sich ihre nachlassende Sehkraft einzugestehen und scheuen den Gang zum Optiker. Sogar langjährige Brillen- und Kontaktlinsenträger sind oft zu bequem und meinen, „„es geht doch noch irgendwie“.

Aber es lohnt sich, einen Blick auf die Angebote der Optiker zu werfen. „Denn technische Entwicklungen und Innovationen machen auch vor der augenoptischen Industrie keinen Halt“, betont Ewald Micheletti, Gesellschafter von Bajohr & Micheletti Optik in Göttingen und weiteren Standorten in Südniedersachsen.

Was spricht für eine Brille? Sie ist immer zur Hand, kann überall abgelegt werden, unterstreicht die Persönlichkeit oder gibt modischen Schick. Randlos, mit Fassungen aus Horn, Kunststoff und Metall sowie aus Carbon – für jeden Anspruch gibt es das passende Material, ob flexibel, resistent, robust oder allergiefrei.

Für Gleitsichtgläser muss eine Mindestgröße berücksichtigt werden. Bei der Wahl ist es wichtig, neben dem Aussehen auch Nutzverhalten und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Im Brillenglasbereich unterscheidet man hauptsächlich zwischen Glas und Kunststoffgläsern. „Dabei gestaltet ein asphärisches Design, also eine nicht kugelige Fläche, das Brillenglas flacher und damit unauffälliger“, erklärt Ewald Micheletti. Das ist besonders bei hohen Dioptrienwerten von Vorteil.

Eine Superhartschicht mit Cleancoat (Lotuseffekt) sorgt für transparente Sicht und einfachste Reinigung. Kunststoffgläser haben den Vorteil, dass sie annähernd unzerbrechlich sind, und neue Materialien sind hochkratz- und stoßfest.

In der Regel werden die Dioptrienwerte von der Industrie vorgefertigt und vom Optiker in die Brillenfassung eingepasst. Hochwertige Gläser sind mit Diamanten geschnitten und gefräst.

„Mittlerweile berücksichtigen individuell hergestellte Gläser neben der Dioptrienzahl und Gesichtsform auch die individuellen Sehgewohnheiten“, so Thomas Enzmann, Inhaber von Dräger & Heerhorst in Göttingen.

Unterschiede gibt es bei Gleitsichtgläsern im Übergang der Sehbereiche. Bei der neuen Gläser-Generation sind die Unschärfenfelder weitestgehend minimiert, Nahbereich und Zwischenzone sind großzügiger gestaltet und erhöhen den Tragekomfort.

Zwar deckt sie die wesentlichen Sehbereiche ab, doch für zwei Nutzbereiche lohnt sich eine zusätzliche Brille:

Zum einen empfiehlt Ulrich Westemeier von opticum in Göttingen eine Lesebrille, die für das Lesen in liegender Position den Sehbereich für die Nähe besser abdeckt.

Zum anderen ist für den Büroarbeitsplatz eine andere Ausrichtung der Sehschärfen notwendig, denn im so genannten Zwischenbereich ist die optimale Sicht auf den PC-Arbeitsplatz erschwert. Eine eigens dafür angepasste Brille sorgt für entspanntes Sehen am Schreibtisch. Die Kosten für solch spezielle Sehhilfen muss unter bestimmten Voraussetzungen der Arbeitgeber tragen.

Reaktionsschneller als früher sind die selbst tönenden Gläser. Thomas Enzmann weist jedoch darauf hin, dass ein UV-Filter in Autoscheiben die Wirkungsweise beeinträchtigt.

Polarisierende Gläser bieten Schutz vor Reflexionen, insbesondere auf unebenen Flächen und Wasser und sind daher für Wassersportler, oder Skifahrer sehr gut geeignet. Nicht nur beim Golf sorgen Kontrast steigernde Gläser für klare Sicht. Es gibt spezielle Sportbrillen, die je nach Sportart unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden: Sie schließen auf der Nase gut ab, können mit Helm getragen werden oder schützen vor Wind und seitlicher Sonne.

Was spricht für Kontaktlinsen? Mit ihnen braucht man bei diesen Brillen keine individuellen Ausgleichsgläser einzupassen oder separat mit einem Clip zu fixieren. Außerdem sind Kontaktlinsen unauffällig und können viele Stunden getragen werden, manche sogar über Nacht.

Der Austauschrhythmus ist variabel, spezielle Ein-Tages-Linsen brauchen keine Pflegemittel.

„Sie sind besonders für Allergiker geeignet““, erklärt Robert Mergenthal, Inhaber von Sehenswert in Göttingen. Die Sauerstoffdurchlässigkeit von Linsen ist verbessert und extrem hoch, ein UV-Filter schützt das Auge.

Es gibt auch spezielle Lese- und Gleitsichtlinsen. „Man kann damit ungehindert in der Ferne und im Nahbereich alles scharf erkennen“, so Robert Mergenthal.

Für Menschen, für die normale Brillengläser nicht mehr ausreichen, gibt es spezielle Low-Vision-Produkte. Dazu gehören Systeme mit Monitor und Kamera, die verschiedenste Tätigkeiten wie Lesen, PC-Arbeit oder Handwerk ermöglichen sowie mobile Lupen oder eine besondere Videokamera, die durch Vergrößerung auf dem Display das Lesen von Straßenschildern oder Fahrplänen ermöglicht.

„Vor allem lohnt sich eine spezielle Kaltlichtlampe, die das Sehen und Lesen angenehmer macht“, so Ulrich Westemeier von opticum.

Für gutes Sehen gibt es viele Möglichkeiten, für den richtigen Durchblick sorgt der Optiker.