Idee trifft Unternehmen

v.l.n.r.: Daniel Tomowski, Diana Hoffmeister, Günter Opitz, Dr. Henning Wiche, Philipp Kraus und Dr. Jochen Stöbich
Text von: redaktion

Die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft stand im Fokus des 1. Innovationsforums 'Idee trifft Unternehmen' vom SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) und der Wirtschaftsförderung Region Goslar (WiReGo).

„Innovationen sind die Grundlage für Firmengründungen“, sagte Jochen Stöbich am Donnerstagabend bei der Premiere des Innovationsforums, das der SNIC und die Wi-ReGo in Goslar ausgerichtet haben. Dabei kamen rund 30 Teilnehmer im Showroom von Stöbich Brandschutz zusammen, um sich unter dem Motto ‚Idee trifft Unternehmen‘ über die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft auszutauschen.

Wie wichtig diese Kooperation ist, machte der Geschäftsführer anhand des eigenen Unternehmens deutlich: Das beschäftigt heute mehr als 1.000 Mitarbeiter und hat seit der Gründung im Jahr 1980 laut Aussage Stöbichs elf Weltneuheiten auf den Markt gebracht. Die Kooperation mit der Wissenschaft habe bei dieser Entwicklung stets eine große Rolle gespielt.

In Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion wurden anschließend die unterschiedlichen Facetten dieses Zusammenspiels beleuchtet.

Opitz Maschinentechnik aus Kalefeld setzt zurzeit ein vom Bund gefördertes Innovationsprojekt mit der Universität Göttingen und der TU Clausthal um. Geschäftsführer Günter Opitz schilderte die Herausforderungen, die einem mittelständischen Unternehmen auf dem Weg zu einem solchen Projekt begegnen: Auf der einen Seite sei es schwierig, im laufenden Betrieb Innovationen umzusetzen – auf der anderen Seite gebe es oftmals Hemmungen, die Zusammenarbeit mit Hochschulen zu suchen. Als Grund dafür machte er vor allem fehlende Kontakte aus. Die sind im Falle des Kalefelder Unternehmens über die Technologieberater und Innovationsscouts im SNIC zustande gekommen. Vom Ergebnis ist er begeistert: „Es macht Spaß, mit den Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten.“ Gerade für die jungen Mitarbeiter sei das eine enorme Bereicherung.

Dass nicht nur Unternehmen von der Zusammenarbeit profitieren, machte Henning Wiche vom Clausthaler Zentrum für Materialtechnik deutlich. So spiele die Kooperation mit der Wirtschaft bei der Finanzierung von Forschungsvorhaben mitunter eine wichtige Rolle. Schließlich ermöglichen es gemeinsame Förderprojekte den Forschungseinrichtungen, nennenswerte Drittmittel einzuwerben. Zudem wies Wiche auf das Potenzial für Ausgründungen hin, dass in der Wissenschaft schlummere.

Diana Hoffmeister vom Digitalisierungslabor silverLabs an der TU Clausthal machte auf einen weiteren Vorteil der Kooperation aufmerksam. Viele Themen seien mittlerweile so komplex, dass es schlicht interdisziplinäre Teams und gute Netzwerke brauche, um sie zielführend bearbeiten zu können. silverLabs bietet daher unterschiedliche Formate, in denen Hochschulen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Verwaltungen gemeinsame Projekte entwickeln und umsetzen können. Dies helfe sowohl Unternehmen und Hochschulen als auch der Region insgesamt: Innovationen und gute Ideen machten die Region schließlich attraktiv für Fachkräfte.

Dass die Vielfalt der Angebote, die mittlerweile im Bereich der Gründungsunterstützung und des Technologietransfers herrscht, auch zu Unsicherheit bei Gründern und KMU führen kann, machte Philipp Kraus, Gründer von Mind Manufacture Artificial Intelligence for Processing Industry, in der anschließenden Diskussion deutlich: Vielen sei schlicht nicht klar, an wen sie sich mit ihrem Anliegen wenden sollten. Hier betonte Daniel Tomowski (WiReGo) die Funktion der regionalen Netzwerke. Der Moderator der Veranstaltung und Teamleiter der SNIC-Technologieberatung ermunterte die Anwesenden, ihre Hochschule, die Wirtschaftsförderungen vor Ort oder den SNIC anzusprechen. „Wir sorgen dafür, dass Ihre Anfragen an der richtigen Stelle ankommen.“